Bayerisches Blindengeld

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Bayerisches Blindengeld

Stand: 18.03.2020

In dem nachfolgenden Fachbeitrag bekommst Du alle wichtigen Informationen rund um das Bayerische Blindengeld. Du erfährst beispielsweise, wem das Blindengeld zusteht, wie und wo man es beantragen kann und wie es sich von der Blindenhilfe unterscheidet.


Bildquelle: © zlikovec/ 123RF.com 

Was ist das Blindengeld?

Das Blindengeld ist eine finanzielle Hilfe für blinde Menschen bzw. Menschen mit einer hochgradigen Sehbeeinträchtigung. 

Das Blindengeld gibt es unabhängig vom Einkommen. Es ist ein Ausgleich für den hohen persönlichen Aufwand, der durch die Blindheit oder Sehbehinderung entsteht. 

Das Blindengeld ist eine freiwillige Leistung des Bundeslandes in dem man wohnt. Der Betrag ist je nach Bundesland unterschiedlich hoch. Zudem macht es einen Unterschied, ob es sich bei dem Leistungsempfänger um ein Kind oder einen Erwachsenen handelt, ob die Person im Heim wohnt oder zuhause und inwiefern Pflegeleistungen erhalten werden.  

Gesetzliche Grundlage für das Blindengeld in Bayern ist das Bayerische Blindengeldgesetz (BayBlindG).  

Hat mein Kind Anspruch auf Blindengeld?

Du kannst für dein Kind Blindengeld beantragen, wenn es

  1. aufgrund der medizinischen Beurteilung als blind, taubblind oder hochgradig sehbehindert gilt
     
  2. in Bayern wohnt oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Bayern hat.


Ob dein Kind als blind, taubblind oder hochgradig sehbehindert gilt, wird in einer medizinischen Beurteilung festgestellt. 

Grundsätzlich gilt:

  • Wenn die Sehschärfe auf dem besseren Auge nicht mehr als 1/50 beträgt, oder andere Störungen des Sehvermögens mit gleichem Schweregrad vorliegen, dann spricht man von Blindheit.
     
  • Wenn keine Blindheit vorliegt, aber die Sehschärfe auf keinem Auge und auch beidäugig nicht mehr als 1/20 beträgt oder wenn so schwere Störungen des Sehvermögens vorliegen, dass diese einem Grad der Behinderung von 100 entsprechen, dann spricht man von einer hochgradigen Sehbehinderung.
     
  • Wenn ein Hörverlust von mind. 80 % vorliegt, spricht man von Taubheit.
     

Blindheit oder hochgradige Sehbehinderung entsprechen nach dem SGB IX einem Grad der Behinderung von 100. Damit stehen deinem Kind folgende Merkzeichen und die damit verbundenen Nachteilsausgleiche und Ermäßigungen zu:  

  • G (erhebliche Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr)
     
  • B (Berechtigung zur Mitnahme einer Begleitperson)
     
  • H (Hilflosigkeit)
     
  • RF (Befreiung von der Rundfunkgebührenpflicht)
     
  • Bl (blind)

Falls dein Kind noch keinen Schwerbehindertenausweis besitzt kannst Du dich in unserem Fachbeitrag zum Thema Schwerbehindertenausweis über den Ausweis und die Beantragung informieren.

Wo und wie beantrage ich das Blindengeld?

Die Regionalstellen des Zentrums Bayern Familie und Soziales sind für die Bearbeitung der Anträge auf Blindengeld zuständig. Diese Regionalstellen, auch bezeichnet als „Versorgungsämter“, sind Dienststellen des Zentrums Bayern Familie und Soziales, einer zentralen Landesbehörde des Freistaates Bayern.

Das Formular für den Antrag auf Blindengeld kannst Du unter diesem Link herunterladen, ausdrucken und zu Hause ausfüllen. Um einen Antrag auf Taubblindengeld zu stellen lade dir bitte dieses Dokument herunter.

Das Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS) hat weitere wichtige Informationen bereitgestellt, die dir bei der Antragstellung helfen können:

Wie hoch ist das Blindengeld?

Die Leistungen, also das Geld, das einem blinden oder sehbehinderten Menschen in Bayern zusteht sind ebenfalls im Bayerischen Blindengeldgesetz (BayBlindG) geregelt. 

Seit Juli 2019 gelten:

  • Blinde Menschen erhalten 629 €
     
  • Taubblinde Menschen 1258 €
     
  • Hochgradig sehbehinderte Menschen 188,70 €
     
  • Taubsehbehinderte Menschen 377,40 €
     

Das Blindengeld kann jedoch in besonderen Fällen gekürzt werden. Diese sind:

  • Wenn der blinde oder sehbehinderte Mensch bereits Leistungen nach dem Bundesversorgungsgesetz oder aus der gesetzlichen Unfallversicherung bekommt, erhält er kein Blindengeld.
     
  • Wenn der blinde oder sehbehinderte Mensch bereits Leistungen der Pflegeversicherung erhält, wird das Blindengeld gekürzt:

    • wenn die berechtigte Person Leistungen (Pflegegeld, Sachleistungen oder Kombinationsleistungen) nach Pflegegrad 2 aus der gesetzlichen oder privaten Pflegeversicherung erhält, d.h. bei Pflegegrad 2 gibt es 483,64 € (bei Blindheit) und 43,34 € (bei hochgradiger Sehbehinderung).
       
    • wenn die berechtigte Person Leistungen nach Pflegegrad 3, 4 oder 5 erhält, d.h. bei den Pflegegraden 3 bis 5 gibt es 449,15 € (bei Blindheit) und 20 € (bei hochgradiger Sehbehinderung).
       
  • Gekürzt wird das Blindengeld ebenfalls, wenn der blinde oder sehbehinderte Mensch in einer Einrichtung wohnt, die von Trägern der Sozialversicherung gefördert wird.

Wie lange bekommt mein Kind Blindengeld?

Grundsätzlich erhält dein Kind so lange Blindengeld, wie es die Voraussetzungen dafür erfüllt. D.h. solltest Du zum Beispiel in ein anderes Bundesland umziehen, musst Du dies umgehend deiner Regionalstelle mitteilen. Der Anspruch auf Blindengeld entfällt mit Ablauf des Monats, in dem die Voraussetzungen für das Blindengeld nicht mehr erfüllt sind.  

Was ist die Blindenhilfe?

Die Blindenhilfe ist eine zusätzliche finanzielle Unterstützung für blinde Personen, die sozialhilfeberechtigt sind. Sie ist im Gegensatz zum Blindengeld abhängig von Einkommen und Vermögen und stellt eine Bundesleistung dar

Wie auch das Blindengeld dient sie dem Ausgleich behinderungsbedingter Nachteile für blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen. 

Die Blindenhilfe muss ebenfalls beantragt werden und kann im Falle einer Sozialhilfe-Berechtigung mit dem Blindengeld kombiniert werden (nähere Informationen dazu findest Du unter diesem Link). Den Antrag auf Blindenhilfe stellst Du bei der Bezirksverwaltung, die für deinen Wohnort zuständig ist.

Weiterführende Informationen
Quellenverzeichnis
Bildquellen