Fahrdienste

Mobilität und Verkehr

Fahrdienste

Stand: 11.02.2020

Fahrdienste werden von verschiedenen Anbietern angeboten und sollen Menschen mit Behinderung die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Im Folgenden Fachbeitrag bekommst Du alle wichtigen Informationen zum diesem Thema.


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Was ist ein Fahrdienst?  

Fahrdienste haben das Ziel, Menschen mit Behinderung Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Menschen, die aufgrund ihrer Behinderung keine öffentlichen Verkehrsmittel oder Taxis nutzen können, können einen Fahrdienst in Anspruch nehmen.  

Wohlfahrtsverbände wie das Deutsches Rotes Kreuz, die Caritas, die Johanniter, der Arbeiter-Samariter-Bund oder die Malteser u.v.m. bieten Fahrdienste für Menschen mit Behinderung an.

Was kostet der Fahrdienst?

Die Kosten für den Fahrdienst werden kilometergenau abgerechnet und müssen von der Person bezahlt werden, die den Fahrdienst in Anspruch nimmt. Unter bestimmten Voraussetzungen können die Kosten für den Fahrdienst jedoch von der Krankenkasse oder vom jeweiligen Bezirk (Sozialamt) übernommen.  

Diese Fahrtdienste können vom Bezirk übernommen werden:  

Wichtig: Der Bezirk übernimmt die Kosten für den Fahrdienst nur, wenn es sich dabei, im Rahmen der Eingliederungshilfe, um eine Leistung zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben handelt. Der Fahrdienst wird dann auch als Mobilitätshilfe bezeichnet. Rechtliche Grundlage ist hier § 114 SGB IX.

Dies schließt Arztbesuche und Fahrten zu Schule, Arbeitsstelle oder in den Urlaub aus! Da die Übernahme der Kosten in den einzelnen Bezirken zum Teil unterschiedlich geregelt wird, empfehlen wir dir, dich direkt auf der Seite deines Bezirkes zu informieren. Dort findest Du auch die Formblätter für den Antrag (s.u.). In den meisten Fällen gewährt der Bezirk nach Genehmigung des Antrages eine bestimmte Anzahl an Nutzkilometern oder eine monatliche Geldpauschale, die dann eigenverantwortlich für Fahrdienste oder Taxen genutzt werden kann. Die Mobilitätshilfe darf ausschließlich für Kosten, die durch Nutzung eines Behindertenfahrdienstes oder eines Taxis entstehen, genutzt werden. Benzinkosten des eigenen Autos dürfen von der Mobilitätshilfe nicht gezahlt werden.

Der jeweilige Bezirk regelt auch die Voraussetzungen für den Erhalt der Mobilitätshilfe. Diese beinhalten in der Regel einen Schwerbehindertenausweis, in dem die Merkzeichen „aG“ (außergewöhnliche Gehbehinderung), oder die Merkzeichen „G“ (Gehbehinderung), „H“ (hilflos) und „B“ (Begleitperson), sowie „Bl“ (blind) vermerkt sind. Bitte informiere dich auch hier direkt bei deinem zuständigen Bezirk.  

Diese Fahrdienste können von der Krankenkasse übernommen werden:

Wichtig: Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für Fahrten zu ambulanten Behandlungen nur in besonderen Fällen. Diese müssen vorab vom Arzt verordnet und von der Krankenkasse genehmigt werden. 
Du kannst bei deiner Krankenkasse einen Antrag zur Übernahme der Fahrtkosten stellen, wenn dein Kind einen Schwerbehindertenausweis mit den Merkzeichen „aG“ (außergewöhnliche Gehbehinderung), „Bl“ (blind) oder „H“ (hilflos) hat oder den Pflegegrad 3, 4 oder 5. Hat dein Kind den Pflegegrad 3, dann musst Du zusätzlich nachweisen, dass dein Kind aufgrund seiner eingeschränkten Mobilität einer Beförderung bedarf. (Gehört dein Kind zu den Versicherten, die zum 1. Januar 2017 von der bisherigen Pflegestufe 2 in den Pflegegrad 3 übergeleitet worden sind, müssen die zusätzliche Voraussetzung nicht erfüllt werden). 
Die Fahrtkosten von Dialyse-Patienten oder Krebs-Patienten, die zur Strahlen- oder Chemotherapie fahren müssen werden von der Krankenkasse übernommen.

Weiterführende Informationen
Quellenverzeichnis
Bildquellen
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