Fahrtkosten bei medizinisch notwendigen Leistungen

Krankenversicherung

Fahrtkosten bei medizinisch notwendigen Leistungen

Stand: 12.03.2020

Du hast eine ambulante Behandlung im Krankenhaus oder musst zu einem Arzttermin fahren? Wenn Du selbst nicht mobil bist, musst Du dir ein Taxi nehmen oder einen Krankentransport bestellen. Doch wer übernimmt die entstehenden Kosten? In diesem Fachbeitrag erfährst Du, unter welchen Bedingungen die Kosten von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden und in welchen Fällen Du selbst für die Kosten aufkommen musst.


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Wann werden die Kosten für die Fahrt von der Krankenkasse übernommen?  

Generell übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Fahrten, wenn diese im Zusammenhang mit einer Leistung der Krankenkasse aus medizinischer Sicht zwingend notwendig sind. Diese Regelung findest Du in § 60 SGB V. Das betrifft zum Beispiel Leistungen, die stationär erbracht werden, Rettungsfahrten zum Krankenhaus oder Krankentransporte mit notwendiger fachlicher Betreuung. 

Doch auch die Fahrtkosten zu ambulanten Behandlungen können unter bestimmten Bedingungen von der Krankenkasse übernommen werden.  

Unter welchen Bedingungen werden die Kosten übernommen?  

Die Kosten der Fahrt zu ambulanten Behandlungen können übernommen werden, wenn die Behandlung medizinisch notwendig ist und beispielsweise

  • eine Erkrankung vorliegt, die eine sehr regelmäßige Behandlung erfordert. Das trifft zum Beispiel auf Fahrten zur Dialyse oder zur Strahlen-/Chemotherapie zu. Falls diese Beispiele bei dir nicht zutreffen, kannst Du mit deiner Krankenkasse in Kontakt treten und deinen individuellen Fall prüfen lassen. Gegebenenfalls erhälst Du dann ebenfalls eine Ausnahmegenehmigung, insofern die ambulante Behandlung länger als 6 Monate andauert.
     
  • eine dauerhafte Einschränkung der Mobilität vorliegt, sodass die Nutzung eines Pkw oder öffentlicher Verkehrsmittel nicht möglich ist. Das trifft auf Versicherte zu, die einen Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen "aG" (außergewöhnliche Gehbehinderung), "Bl" (Blindheit) oder "H" (Hilflosigkeit) haben oder die Pflegebedürftigkeit der Pflegegrade 3, 4 oder 5 vorliegt. Bei Personen mit Pflegegrad 3 muss zusätzlich die dauerhafte Mobilitätsbeeinträchtigung durch sowohl somatische als auch kognitive Ursachen ärztlich festgestellt und bescheinigt werden.

Hinweis: Wenn eben genannte Kriterien auf dich zutreffen, musst Du seit dem 01.01.2019 keine vorherige Genehmigung deiner Krankenkasse einholen. Wenn Du ebenfalls dauerhaft in deiner Mobilität eingeschränkt bist, jedoch keinen Schwerbehindertenausweis besitzt, besteht die Möglichkeit einer Gleichstellung. Wende dich hierzu an deine Krankenkasse, um deinen Einzelfall überprüfen zu lassen.  

Welches Verkehrsmittel darf ich benutzen?  

Welches Fahrzeug benutzt werden kann, richtet sich nach der medizinischen Notwendigkeit im Einzelfall. Als Fahrtkosten wird bei öffentlichen Verkehrsmitteln der Fahrpreis anerkannt. 

Ansonsten gelten die Vorschriften über die Versorgung mit Krankentransportleistungen nach § 133 SGB V. Bei Benutzung eines privaten Fahrzeuges sind es 0,20 € pro Kilometer, höchsten jedoch die Kosten für ein anderes erforderliches Transportmittel. Der Satz richtet sich nach dem Bundesreisekostengesetz

Weiterführende Informationen
Quellenverzeichnis
Bildquellen
  • https://de.123rf.com/photo_125406128_red-toy-car-on-metal-coins-on-wooden-surface-isolated-on-grey.html?term=car%2Bcoins&vti=m6s9pc3nhd65sts8mt-1-29