Geschwisterkinder

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Geschwisterkinder

Stand: 17.05.2021

In Deutschland leben derzeit rund zwei Millionen Kinder und Jugendliche mit einem schwer chronisch kranken Geschwisterkind oder einem Geschwisterkind mit Behinderung. In den Familien nimmt das Geschwister oftmals eine zentrale Rolle ein. Die Geschwisterkinder erfahren dadurch häufig weniger Aufmerksamkeit und stehen manchmal im Schatten ihres Geschwisters. Manchmal werden Geschwisterkinder auch Schattenkinder genannt. In diesem Fachbeitrag geht es daher um die besondere Rolle von Geschwisterkindern: Was sind Herausforderungen und was sind Chancen? Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es? Auf diese und weitere Fragen erhältst Du im Folgenden Antworten.


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Welche Herausforderungen haben Geschwisterkinder? 

Die Situation und das Empfinden von Geschwisterkindern in Familien kann sich komplett unterscheiden. Viele Faktoren beeinflussen das subjektive Empfinden der Geschwisterkinder gegenüber dieser besonderen Situation. Die individuelle Familiensituation, die Position in der Geschwisterreihenfolge und der persönliche Charakter der Geschwisterkinder ist nur eine kleine Auswahl dieser Faktoren.

Für Eltern ist es wichtig ein Gespür dafür zu bekommen, welche Herausforderungen sich für Geschwisterkinder ergeben können. Im Folgenden geben wir daher einen Überblick, mit welchen Schwierigkeiten sich Geschwisterkinder konfrontiert sehen können. Diese Beispiele können, müssen aber nicht auf jedes Geschwisterkind zutreffen.  

Frühe Konfrontation 

Kinder, die ein Geschwister mit Behinderung haben, werden oftmals schon sehr früh im Gegensatz zu gleichaltrigen Kindern mit dem Thema Behinderung, Krankheit oder gefühlter Hilfslosigkeit konfrontiert. Dadurch erfahren sie auch früh, was es bedeutet auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein.
Oftmals lernen sie daher schon in sehr jungem Alter, Rücksicht auf das Geschwister mit Behinderung zu nehmen, Eigenverantwortung zu übernehmen und auch mit gewissen Einschränkungen im Familienalltag zu leben. Dies kann besonders schwierig für Kinder sein, die jünger als das Geschwister mit Behinderung sind. Für sie kann es schwer zu verstehen sein, warum die Eltern dem Geschwister notwendigerweise mehr Hilfe und Aufmerksamkeit schenken.

Selbstüberforderung und Überforderung der Geschwister

Geschwisterkinder können dazu neigen, negative Gefühle gegenüber dem Geschwister zu verbergen. Außerdem übernehmen sie oft schon sehr früh Verantwortung, beispielsweise durch die Betreuung des Geschwisters. Teilweise reagieren sie darauf mit Gehemmtheit oder Überangepasstheit; das kann sich so äußern, in dem sie „übertrieben folgsam“ sind und sich manchmal selbst emotional überfordern, um den Anforderungen gerecht zu werden.
Dies zeigt sich manchmal in einer Idealisierung des Geschwisters mit Behinderung, von dem nur positive Eigenschaften wahrgenommen werden oder auch in dem Versuch, den Eltern ein “perfektes Kind” zu sein. 
An dieser Stelle ist es sehr wichtig, dass die Eltern ihre Kinder auf keinen Fall überfordern und die schon bestehenden Selbstüberforderungstendenzen der Geschwisterkinder damit unterstützen. Dies betrifft auch außerfamiliäre Bereiche, wie Schulnoten oder sportliche Leistungen.

Entwicklung von Schuldgefühlen

Es gibt verschiedene Situationen, in denen Geschwisterkinder Schuldgefühle entwickeln können. Diese können durch unterdrückte Aggressionen und Eifersucht gegenüber dem Kind mit Behinderung entstehen, da sie sich vielleicht wegen “böser” Gedanken schämen. Schuldgefühle können auch verursacht werden, indem die Geschwisterkinder die teilweise reduzierten Möglichkeiten des Geschwisters mit Behinderung im Vergleich zu ihren eigenen Lebenschancen erkennen. In diesem Zusammenhang kommen häufig Fragen auf wie: “Warum habe ich keine Behinderung? Warum bin ich gesund bzw. warum trifft das Schicksal ausgerechnet meine Schwester/meinen Bruder?”.

Die Entwicklung dieser Schuldgefühle kann sich ungünstig auf eine positive Verarbeitung der Situation durch die Geschwisterkinder und deren weitere Entwicklung auswirken. Schuldgefühle äußern sich oft durch Selbstüberforderung des Kindes, allzu starker Selbstaufopferung oder auch Verdrängung und Distanzierung von der Familie. Deswegen ist es für Eltern sehr wichtig, diese frühzeitig zu erkennen und mit ihren Kindern gemeinsam darüber zu sprechen. 

Bevorzugung des Geschwisters und erschwerter Zugang zu den Eltern

Manchmal bleibt durch organisatorische und seelische Belastung der Eltern nicht sehr viel Zeit, sich den Geschwisterkindern zuzuwenden. Oftmals stehen Arzt- oder Therapiebesuche an und auch zu Hause eine Betreuung rund um die Uhr. All dies erfordert sehr viel Zeit und Aufmerksamkeit der Eltern. Geschwisterkinder erhalten dadurch insgesamt häufig weniger Zuwendung und Aufmerksamkeit als Geschwister von Kindern ohne Behinderung.
Dies ist von den Eltern meist gar nicht beabsichtigt, doch die Geschwisterkinder können sich trotzdem teilweise zurückgesetzt fühlen und das Verhältnis zu ihren Eltern als angespannt erleben. Dabei können Gefühle wie Neid, Eifersucht und der Eindruck, weniger geliebt zu sein, entstehen.
Für Eltern ist es wichtig zu versuchen, sich bewusst auch Zeit für die Geschwisterkinder zu nehmen.  

Anderes Erleben der Geschwisterfolge

Geschwisterkinder, die mit einem Geschwister mit Behinderung aufwachsen, erleben teilweise die Geschwisterfolge anders. In der Regel eifert ein jüngeres Geschwister dem älteren nach: Es will genauso groß sein, die gleichen Rechte bekommen und profitiert häufig von dem Vorbild des älteren Geschwisters. 
Dies ist bei z. B. einem älteren Geschwister mit geistiger Behinderung, welches aufgrund einer verzögerten Entwicklung meist länger auf Hilfe angewiesen ist als seine Geschwisterkinder, völlig anders. 

Jüngere Kinder, die erleben, wie sie das ältere Geschwister mit Behinderung in seiner Entwicklung überholen, können sich dadurch in ihrer Position als kleiner Bruder oder kleine Schwester verunsichert fühlen und darauf mit Schuldgefühlen reagieren.

Rivalität unter Geschwistern

In jeder Geschwisterbeziehung sind Rivalität, Eifersucht, Streit, aber auch das Empfinden von Nähe und Geschwisterliebe an der Tagesordnung. Diese Gefühle sind zwischen Brüdern und Schwestern normalerweise ausgeglichen, so dass der alltägliche Kampf um die Gunst der Eltern oder die beste Position in der Geschwisterreihe zum Familienleben dazu gehört.

In der Geschwisterbeziehung von einem Kind mit und ohne Behinderung ist dieses Gleichgewicht nicht immer in gleicher Weise gegeben. Von dem Geschwisterkind wird häufig Rücksichtnahme gefordert und das Geschwister mit Behinderung erweist sich oftmals nicht als gleichberechtigter “Streitpartner”. Bei Geschwisterkindern kann sich durch die Unterdrückung seiner eigenen Bedürfnisse und Gefühle Wut anstauen. Auch diese wird oftmals unterdrückt, da sie sich nicht gegen das Geschwister mit Behinderung richten kann. Teilweise können sich die Gefühle in Wutausbrüchen entladen.

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Ängste

Geschwister von Kindern mit Behinderung bekommen schon früh mit, dass Gesundheit, geistige und körperliche Unversehrtheit keine Selbstverständlichkeit ist. So können sie sich fragen, ob sie ebenfalls genetisch vorbelastet sind und selbst Kinder mit Behinderung bekommen könnten.
Ebenso nehmen sie Ähnlichkeiten zwischen sich und dem Geschwister häufig sehr bewusst war, indem sie Gestik und Mimik bei ihrem Geschwister beobachten und eigene Züge darin erkennen. Die bestehende Familienähnlichkeit die für viele Kinder völlig selbstverständlich ist, kann auf Geschwisterkinder bedrohlich wirken. Geschwisterkinder machen diese Ängste oftmals mit sich selbst aus. Das kann die psychosoziale Entwicklung und Lebensgestaltung der Geschwisterkinder beeinträchtigen. 

Angst vor lebenslanger Verantwortung für das Geschwister

Viele Menschen mit Behinderung leben noch bis ins hohe Erwachsenenalter bei den immer älter werdenden Eltern. Durch die häufig schön früh übernommene Mitverantwortung der Geschwisterkinder bezüglich der Betreuung und Pflege des Geschwisters mit Behinderung stellt sich den Geschwisterkinder oft die Frage, wie die Betreuung in Zukunft aussehen soll.
Die meisten Geschwisterkinder sehen sich dadurch mit den Gedanken einer lebenslangen Verantwortung konfrontiert. Diese Situation kann als starke Belastung wahrgenommen werden und ist häufig auch mit den vorher beschriebenen Bedenken bezüglich der eigenen Partnerwahl verknüpft. Auch hier ist es für Eltern wichtig, mit den Geschwisterkindern darüber zu sprechen und diese auch ein Stück weit von den Gedanken und der Angst vor lebenslanger Verantwortung und der psychischen Belastung zu befreien.

Die besondere Familiensituation

In bestimmten Phasen des Lebens gewinnt das Streben nach Konformität für Kinder und besonders für Jugendliche stark an Bedeutung. Sie wollen die gleichen Kleider tragen wie ihre Freunde und verwenden mit Vorliebe bestimmte Wörter, die gerade “in” sind.
Das Leben in einer Familie mit einem Kind mit Behinderung, das erst mal nicht der „Norm“ entspricht, kann deswegen in diesen Lebensphasen als äußerst schwierig erlebt werden. Für Geschwisterkinder können Erlebnisse in der Öffentlichkeit peinlich sein, da manche Situationen einfach anders als bei anderen Familien sind. Manchmal kommt es vor, dass jugendliche Geschwisterkinder die Behinderung ihres Geschwisters verheimlichen wollen.

Die Eltern sollten das Verhalten ihres Kindes akzeptieren und behutsam versuchen es emotional zu unterstützen. Es kann helfen, dem Geschwisterkind die in der Familie vertretenen Werte zu verinnerlichen, auch wenn diese sich von anderen unterscheiden.
Dies kann eine schwierige Aufgabe für Eltern und Geschwisterkinder sein, die teilweise durch Hänseleien, bissige Bemerkungen und andere Zeichen der Ablehnung von Bekannten oder Klassenkameraden teilweise zusätzlich noch erschwert wird. Die Geschwisterkinder müssen lernen, ihre eigene Position zu beziehen und mit offenen Angriffen umzugehen
In diesem Video bekommst Du einen Einblick in das subjektive Erleben eines Geschwisterkindes.

Als Elternteil ist es wichtig, aufmerksam zu sein und ein Gespür für herausfordernde Situationen zu bekommen, denn dann kann man auch ganz bewusst gegensteuern und aktiv werden. 

Chancen für Geschwisterkinder

Das Familienleben mit einem Geschwister mit Behinderung kann neben Herausforderungen für Geschwisterkinder auch Chancen bieten, die positive Auswirkungen auf die psychosoziale Entwicklung des Geschwisterkindes haben können. Wie bei den Herausforderungen kann, muss aber auch hier nicht alles auf jedes Geschwisterkind zu treffen. 
Im Folgenden bekommst Du einen Einblick, welche positiven Auswirkungen sich für Geschwisterkinder ergeben können. 

Geschwisterkinder sind oftmals sehr hilfsbereit, merken wenn es jemand anderem schlecht geht und haben ein großes Einfühlungsvermögen. Durch die oft frühe Übernahme von Verantwortung können sie in ihrem Charakter und in ihrer Persönlichkeit schon fortgeschrittener sein, als Gleichaltrige es sind.
 
Viele kennen sich selbst gut und haben auch konkrete Ideen, was sie in ihrem Leben mal erreichen wollen. 
Einige verfügen über ein großes Selbstvertrauen und können mit Kritik relativ gut umgehen. Menschen mit Behinderung und die damit verbundenen besonderen Umstände sind für Geschwisterkinder oft ganz normal, da sie von Beginn an mit der besonderen Familiensituation aufwachsen.

Oftmals zeigen Geschwisterkinder eine große Offenheit gegenüber anderen Menschen. Geschwisterkinder lernen früh, dass man nicht alles planen kann und es manchmal auch ungeplante Ereignisse gibt. Daher können sie eine hohe Frustrationstoleranz entwickeln und mit ungeplanten Ereignissen im Leben meist besser umgehen. 

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Wie können Eltern die Geschwisterkinder unterstützen?

Eltern können Geschwisterkinder bewusst unterstützen. Im Folgenden findest Du einige Tipps:

  • Schaffe ein positives, optimistisches, liebevolles und stabiles Umfeld, in dem alle aufeinander achten und offen miteinander umgehen.
     
  • Gebe allen deinen Kindern das Gefühl des Angenommenseins, indem Du dir für jedes Zeit nimmst.
     
  • Lasse sowohl positive als auch negative Gefühle der Geschwisterkinder gegenüber dem Geschwister zu.
     
  • Sorge für eine offene Kommunikation in der Familie, so dass die Kinder über ihre Ängste und Sorgen mit dir sprechen können. Dabei können Schuldgefühle, Bedenken gegenüber der eigenen Gesundheit oder der der eigenen Kinder sowie bezüglich der zukünftigen Versorgung des Geschwisters zur Sprache kommen.
     
  • Höre deinen Kindern aktiv zu und zeige dadurch, dass Du für sie da bist.
     
  • Versuche deinen Kindern das Gefühl von Sicherheit zu geben. Bei den Geschwisterkindern sollte nicht das Gefühl geweckt werden, dass sie sich selbst um die Eltern kümmern müssen.
     
  • Informiere die Kinder über genaue Ursachen und Vererbbarkeit der Behinderung. Zur Unterstützung gibt es eine Reihe von Kinderbüchern, Bilderbüchern und Sachbüchern, die sich mit Behinderung auf kindgerechte Weise auseinandersetzen.
     
  • Nimm dir bewusst mindestens einmal pro Woche Zeit, die Du mit dem Geschwisterkind alleine verbringst, um ihm bewusst zu machen, dass es wichtig ist.
     
  • Setze dich einmal pro Woche mit allen Familienmitgliedern zusammen, um die nächste Woche zu besprechen, Klagen anzuhören und Aufgaben zu verteilen. Dadurch wird allen Beteiligten die Botschaft vermittelt, dass alle zusammen helfen, aber auch jeder mit seinen Bedürfnissen berücksichtigt wird.
     
  • Lasse deine Kinder Kinder sein! Alle Kinder brauchen eigene freie Zeit für Freunde, für Aktivitäten, zum Spielen oder auch zum Alleinsein. Binde es nicht zu stark in die Betreuung des Geschwisters ein.
     
  • Lasse das Geschwisterkind individuelle Freiräume suchen, in denen es sich ohne Verpflichtungen im Bezug auf das Geschwister entfalten kann (z. B. eigener Verein oder Freundeskreis).
     
  • Überfordere dein Kind nicht, in dem Du zu früh Mithilfe im Haushalt und bei der Betreuung des Geschwisters erwartest.
     
  • Sei deinem Kind im Umgang mit der Behinderung vor allem in der Öffentlichkeit ein Vorbild. 
     
  • Suche Kontakt zu anderen betroffenen Geschwisterkindern und Familien. Gerade das Wissen, dass man mit einer Situation nicht allein auf der Welt ist und es Menschen gibt, die ähnliche Erfahrungen machen, kann oftmals schon eine Erleichterung an sich sein.
     
  • Zeige deinen Kindern Wege und Möglichkeiten, durch die sie effektive Verhaltensweisen erwerben können, um mit stressigen Situationen umgehen zu lernen. Die Geschwisterkinder brauchen teilweise Lösungsmodelle, sowohl für den Umgang mit ihrem Geschwister , als auch z. B. für Konfliktsituationen im sozialen Umfeld.
     
  • Unterstütze Gespräche mit einer Vertrauensperson des Geschwisterkindes, die außerhalb der Familie steht. Es kann deren Aufgabe sein, aus einer neutralen Position heraus Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen und dem Geschwisterkind zu helfen, mit seinem Verhalten umgehen zu lernen bzw. es zu verändern.

Filmtipps

Die Filme 

  • "Mehr als ein Bruder" und
  • "Unzertrennlich".
Unterstützungsmöglichkeiten
  • Der Familienentlastende Dienst und Familienunterstützende Dienst (FED und FUD)
    Der FED ist ein mobiler sozialer Dienst in Deutschland, der Familien mit einem Kind mit Behinderung entlasten will. Mitarbeiter des FED übernehmen für einen Zeitraum von ein paar Stunden regelmäßig die Betreuung des Geschwisters, sowie manchmal auch die der Geschwisterkinder. Auf diese Weise werden sowohl Eltern, als auch Geschwisterkinder von der Betreuungssituation des Geschwisters entlastet und haben Zeit füreinander oder für eigene Interessen.
     
  • Geschwisterseminare
    Geschwisterseminare sind für die Geschwisterkinder eine gute Möglichkeit, mit ihren Bedürfnissen, Wünschen und Sorgen einmal im Mittelpunkt zu stehen und  für eine Zeit Abstand von der Situation zu Hause zu gewinnen. Die Geschwisterseminare bieten den Geschwisterkindern Raum Fragen zu stellen, ihre eigenen Gefühle zu äußern und neue Ausdrucksmöglichkeiten zu finden, ohne dabei Rücksicht auf die Gefühle der anderen Familienmitglieder nehmen zu müssen.
    Es kann ein sehr positives Erlebnis für die Geschwisterkinder sein, wenn sie erfahren, dass es noch viele andere Kinder gibt, die sich in der gleichen Situation wie sie befinden. Unter diesem Link findest Du eine Suchmaschine, die dir derzeitige Angebote für Geschwisterkinder anzeigt.
     
  • Die Familienberatung
    Die Familienberatung ist eine Form der Beratung, bei der die gesamte Familie mit einbezogen wird. Jedes Familienmitglied, auch die Geschwisterkinder, können ihre Probleme, Sorgen und Ängste erzählen und daraufhin Vorschläge und Hilfen zur Bewältigung der Situation z. B. durch einen Therapeuten bekommen.
    In der Therapie haben die Geschwisterkinder die Möglichkeit, auch negative Gefühle, wie Neid, Eifersucht und Rivalitätsgedanken einzubringen, die daraufhin in der Beratungssituation Gegenstand gemeinsamer Gespräche und Überlegungen werden können. In diesem Fachbeitrag findest Du weitere Informationen und Beratungsmöglichkeiten.
     
  • Selbsthilfegruppen für Eltern
    In Selbsthilfegruppen können die Eltern Kontakt zu Menschen knüpfen, die in gleicher Weise betroffen sind und somit oftmals auch vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Neben einer Beratung durch Fachleute, kann der Austausch mit anderen Eltern sehr hilfreich sein. Du kannst auch hier bei uns in der intakt-Community Kontakt zu anderen Eltern suchen. 
    Auch für Geschwisterkinder gibt es in einigen Orten und Städten Geschwistergruppen für einen gemeinsamen Erfahrungsaustausch. Informiere dich beispielsweise über die Förderschule oder über die Lebenshilfe in deiner Umgebung.
     
  • Entscheidung für eine Wohneinrichtung
    Eine weitere Entlastung kann die Entscheidung für eine besondere Wohnform/Wohneinrichtung sein. Für viele Eltern ist diese Entscheidung oft sehr schwer. Dennoch erleben viele Eltern eine Unterbringung in einem Wohnheim als erhebliche Entlastung für den Alltag. Unter diesem Link kannst Du dich über Vor- und Nachteile einer Wohneinrichtung aus Sicht einer betroffenen Mutter informieren.
    Diese Entscheidung kann sich auf die Geschwisterkinder unterschiedlich auswirken. Es ist sehr wichtig, dass Du deinen Kindern genau erklärst und mit ihnen darüber sprichst, warum Du ein Umzug in eine Wohneinrichtung eventuell in Frage kommen könnte. Bei unzureichender Informierung der Geschwisterkinder können Ängste und starke Schuldgefühle hervorkommen. Teilweise kann der Gedanke entstehen, dass die Geschwisterkinder an der Entscheidung schuld seien. Manche Geschwisterkinder haben auch Angst, dass sie bei schlechtem Benehmen ebenfalls in ein Wohnheim kommen. Für die Geschwisterkinder kann die Entscheidung für eine Wohneinrichtung aber auch als Entlastung erlebt werden, z. B. wenn sie stark in die Betreuung des Geschwisters eingebunden waren.
     
  • Kinderhospizvereine  
    Viele Kinderhospizvereine bieten ebenfalls Möglichkeiten an, die Eltern, das betroffene Kind und auch die Geschwisterkinder zu unterstützen und zu begleiten. Du kannst psychosoziale und professionelle Beratung, sowie einige Aktivitäten, wie z. B. Familientreffen oder Geschwistergruppen in Anspruch nehmen. Weitere Informationen erhältst Du zum Beispiel auf der Internetseite des Kinderhospiz Sternenzelt Mainfranken.
Weiterführende Informationen
Quellenverzeichnis
Bildquellen
  • https://stock.adobe.com/de/images/gemeinsam/113098854?prev_url=detail
  • https://stock.adobe.com/de/images/meme-pas-peur/10755873?prev_url=detail
  • https://de.123rf.com/lizenzfreie-bilder/wachstum.html?&sti=nicscfq6ck75a41c79%7C&mediapopup=46818363