Selbsthilfe

Unterstützung für Familien

Selbsthilfe

Stand: 28.06.2021

Selbsthilfe bietet die Möglichkeit sich mit anderen auszutauschen, die sich in einer ähnlichen Lebenssituation befinden. Der Erfahrungsaustausch mit anderen kann weiterhelfen und unterstützen. In folgendem Fachbeitrag bekommst Du einige Informationen zum Thema Selbsthilfe und findest Anlaufstellen.


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Was ist Selbsthilfe?

"Hallo, mein Name ist… und ich bin…“ Denkt man an Selbsthilfe, hat man oft den klassischen Stuhlkreis aus Filmen und Serien im Kopf. Doch Selbsthilfe ist viel mehr. Natürlich kann Selbsthilfe in Gruppenform im Stuhlkreis stattfinden, doch schon allein ein gemeinsames Gespräch, ein Austausch über Erfahrungen ist Selbsthilfe. 

Kurz gesagt – Selbsthilfe ist ein gemeinsamer Austausch über Herausforderungen/Probleme, die jeder der Anwesenden so oder so ähnlich schon einmal erlebt hat. 

Selbsthilfe wird durch eine Gemeinschaft ausgezeichnet, die sich gegenseitig unterstützt, aufbaut, ermutigt und aufmuntern kann. Die Gesprächspartner haben vielleicht keine besondere Ausbildung, aber dafür Ähnliches erlebt wie Du und können dir durch ihre eigenen Erfahrungen weiterhelfen. 

Warum gibt es Selbsthilfe?

Kann Selbsthilfe wirklich eine ernsthafte Hilfe sein? Ja. Denn sie fördert das Verarbeiten von Problemen, führt zu neuen Gedanken und gibt einem das Gefühl, nicht alleine zu sein.   

Ziele der Selbsthilfe können sein:

  • das Kennenlernen von anderen Betroffenen für Gedankenaustausch und gemeinsame Aktivitäten
     
  • Aufklärung und Information 
     
  • Vertreten der Interessen der Betroffenen, sowie Öffentlichkeitsarbeit
     
  • Gestaltung von Angeboten und Hilfen 
     
  • das Bewusstwerden der eigenen Wünsche und Probleme im Gespräch
     
  • Problemlösung jeglicher Art im Gespräch
     
  • Verarbeitung von Ängsten und traumatischen Erlebnissen

Welche Arten von Selbsthilfe gibt es?

Selbsthilfe vor Ort

Die klassische Form der Selbsthilfe ist die Selbsthilfegruppe vor Ort, in der man Menschen aus der eigenen Region mit einer ähnlichen Lebenslage kennenlernen kann und die sich meist wöchentlich trifft und austauscht. Dabei ist die Bandbreite so groß, wie es vermutlich die Anzahl an Selbsthilfegruppen in Deutschland ist. 

Ein paar Beispiele:

  • Gruppentreffen in öffentlichen Räumen, wie Parks, Cafés oder Restaurants
     
  • Gemeinsame Aktivitäten mit und ohne Kind, z. B. gemeinsame Spaziergänge, gemeinsames Spielen oder kreative Betätigung, wie Malen
     
  • Vorträge von Fachleuten
     
  • Stammtische im Lieblingslokal
     
  • Gemeinsame Teilnahme an Workshops und Seminaren zum Thema
     
  • Gemeinsames Reisen oder kleinere Ausflüge

Die Vielzahl der Möglichkeiten ist also groß. Oft ist ein Selbsthilfetreffen auch nur der Anstoß, um Menschen in ähnlicher Lebenssituation kennen zu lernen und sich mit ihnen daraufhin privat zu treffen. 

Digitale Selbsthilfe

Neben der persönlichen Selbsthilfe gibt es auch die digitale Selbsthilfe. 

Was sind die Vorteile der digitalen Selbsthilfe?  

  • Du triffst und erreichst Eltern aus dem ganzen deutschsprachigen Raum, nicht nur aus deiner Region.
     
  • Du kannst auch nur in Ruhe die Erfahrungen anderer lesen, ohne dich aktiv einbringen zu müssen.
     
  • Du möchtest eben nicht, dass die Menschen in deiner Region von deinen Problemen wissen oder möchtest gezielt lieber anonym bleiben.
     
  • Du bist nicht mobil oder hast keine Zeit für wöchentliche Treffen und kannst trotzdem am Austausch mit anderen Eltern teilnehmen.
     
  • Du musst nicht bis zur nächsten Woche warten, bist Du deine Gedanken besprechen kannst.
     
  • Du kannst dich mit anderen austauschen, auch wenn es in deiner Region keine geeignete Selbsthilfegruppe gibt.

Die Community von intakt gibt dir die Möglichkeit, mit anderen Eltern mit Kindern mit Behinderung in Kontakt zu treten, sich über verschiedene Themen auszutauschen oder Antworten auf Fragen zubekommen.  

Neben unserer Community gibt es aber auch die Möglichkeiten, verschiedene Chatrooms, E-Mail-Selbsthilfeverteiler oder Telefonansprechpartner aufzusuchen. 

Wer leitet die Selbsthilfe?

Auch wenn Selbsthilfegruppen einen übergeordneten Träger haben, so haben sie keinen Leiter als solchen, das heißt, es gibt keinen Pädagogen, Arzt, Therapeuten oder Psychologen, der die Leitung übernimmt. Die Selbsthilfe findet allein zwischen den Betroffenen statt. Im digitalen Raum ist die Selbsthilfe jederzeit verfügbar und wird von verschiedenen Anbietern zur Verfügung gestellt, z. B. als Forum oder Chatroom. Hier sind auch häufig Experten unterwegs, die ebenfalls ihre Meinung kundtun können oder nach ihrer Meinung gefragt werden können.  

Bei persönlichen Treffen übernimmt meistens ein Betroffener selbst die Leitung und organisiert die Treffen. Die Räumlichkeiten können von einer Organisation zur Verfügung gestellt werden, wodurch man terminlich gebunden sein kann. Eine weitere Möglichkeit kann sein, die Treffen an verschiedenen Orten abzuhalten oder die Organisation zwischen den Mitgliedern aufzuteilen.  

Gibt es Selbsthilfe für Menschen mit Behinderung?

Selbsthilfe tut jedem Menschen gut. Gerade für Eltern mit Kindern mit Behinderung kann es eine große Erleichterung sein, mit anderen über ihre Erfahrungen oder auch Herausforderungen und ihren Alltag zu sprechen.  

Für Menschen mit Behinderung selbst gibt es aktuell leider keine speziellen digitalen Selbsthilfeangebote. Die Selbsthilfegruppen beschränken sich auf wenige Städte und auf spezielle Themen, wie z. B. Alkoholsuchtselbsthilfegruppen für Menschen mit geistiger Behinderung. Sollte dein erwachsenes Kind mit Behinderung auf der Suche nach einer Selbsthilfegruppe sein, kannst Du die örtlichen Anlaufstellen befragen oder unsere Adressdatenbank nutzen.

Die Bundesverbände für verschiedene Behinderungsarten sind dabei meistens die Dachverbände über den Selbsthilfegruppen und bieten in ihren regionalen Stellen verschiedene Selbsthilfe- und Beratungsangebote an. Hier lohnt es sich, regional nachzufragen.

Weiterführende Informationen
Quellenverzeichnis
Bildquellen