Unterlassener Hitzeschutz

BERLIN (kobinet) Extreme Hitze ist längst keine Ausnahme mehr, sondern eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen der Klimakrise. Hitzewellen dauern länger, treten häufiger auf und gefährden insbesondere Menschen, die besonderen Schutz benötigen. So hat die Hitzewelle Ende Juni in Deutschland nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) rund 5.100 hitzebedingte Todesfälle verursacht, wie aus dem am 9. Juli veröffentlichten Wochenbericht zur Hitzemortalität hervorgeht. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts könnte die tatsächliche Zahl der Todesfälle mit einer geschätzten Übersterblichkeit von rund 6.800 Fällen in der Hitzewoche im Juni noch höher liegen…..]

Ausführliche Information und Quellenangabe: Kobinet Nachrichten

Deutschland wurde mal wieder überfallen. Zuerst von den hohen Ausgaben in der Krankenversicherung, dann in der Pflegeversicherung, dann mit fehlenden Öl- und Gasreserven und jetzt von dem Klimawandel.

Ok, Deutschland schwitzt und die Hitzewelle hat Seniorenheime in Bedrängnis gebracht. In Dormagen könnten Todesfälle im Zusammenhang stehen. Und wie lief es mit unseren Betroffenen mit hohem Hilfebedarf in den Einrichtungen der Behindertenhilfe überhaupt? Hat da einer mal nachgefragt? Sarkasmus an: Wie gut, dass die Betroffenen überwiegend nicht sprechend sind. So können sie sich nicht beklagen. Hat ja auch was, oder? Ach ja, die BetreuerInnen, wer kann ihnen verübeln, bei so einer großen Hitze auch gesundheitsbewusst zuhause in kühlen Räumen zu verbringen und eine Krankmeldung hervorzuzaubern? Denn in den Wohneinrichtungen der Behindertenhilfe z.B. in Unterfranken, da ging es schon sehr heiss her. Fehlender Sonnenschutz, fehlender Klimaschutz und dann brannte die Sonne gnadenlos auf die Scheiben. Völlig ungehindert konnten sich die Aufenthaltsräume aufheizen. Eltern von Betroffenen aus einem dieser Wohneinrichtungen baten seit vielen Jahren um einen Sonnenschutz. Immer wieder wurde dieser aus Kostengründen abgelehnt. Da war keine Sorge für die Anvertrauten im Spiel. Wenn BetreuerInnen seit vielen Jahren einer Einrichtung den Rücken kehren, weil sie ihren Arbeitsplatz nicht mehr mit gutem Gewissen ausfüllen können, sollte es doch Verantwortlichen die Augen öffnen. Es scheint ihnen aber sichtlich völlig egal zu sein. Für mich stimmt da schon lange nichts mehr mit einem nach außen propagierten Leitbild überein.

Die BewohnerInnen sollen angeblich im abgedunkelten Zimmer bei annähernd 40 Grad ausgeharrt haben. Den BetreuerInnen lief dabei das Wasser den Rücken runter. Die permanente Unterbesetzung ließ keinerlei Möglichkeiten zu, irgendwie Abhilfe zu schaffen.

Das ist Deutschland, das ist Bayern, das ist Unterfranken und seine Behindertenhilfe im Jahr 2026, begleitet von den Worten unseres Bundeskanzlers Friedrich Merz: wir können uns das nicht mehr leisten. Was denn jetzt? Die Menschen mit Behinderung, oder die Art und Weise zuzulassen, wie man mit ihnen aus Kostengründen umzugehen scheint?