Unterstützungsangebote im Schulalter

Jugend- und Erwachsenenalter

Unterstützungsangebote im Schulalter

Stand: 13.01.2022

Bislang war alles in Ordnung. Dann kommt dein Kind in die Schule und auf einmal gibt es Probleme. Es “kommt nicht mit”, “lernt zu langsam” und versteht vielleicht vieles im Unterricht nicht. Dann könnte es sein, dass dein Kind Unterstützung beim Schulbesuch benötigt und “sonderpädagogischen Förderbedarf” aufweist. Dies bedeutet dann auch, dass dein Kind ein Anrecht auf gewisse Zusatzförderung in der Schule hat. Im Folgenden Fachbeitrag bekommst Du weitere Informationen zu möglichen Unterstützungsangeboten im Schulalter.

Grundschüler sitzen in einem Klassenzimmer. Vor der Klasse steht eine Lehrerin. Sie zeigt auf einen Schüler um ihn aufzurufen. Hinter der Lehrerin ist eine Tafel. Auf dieser stehen Rechenaufgaben.

Bildquelle: © Anna Bizoń/ 123RF.com

Muss mein Kind in eine Förderschule?  

Wenn bei deinem Kind ein sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt wurde, bedeutet es nicht, dass es automatisch an eine Förderschule wechseln sollte. Es muss immer ganz individuell nach den Bedürfnissen des Kindes entschieden werden, welche Schule und welche Unterstützung nun am besten ist. Dein Kind kann zum Beispiel zusätzliche Förderung und Unterstützung in der Grundschule bekommen. Diese ist jedoch in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt ist. In Bayern ist dafür der Mobile Sonderpädagogische Dienst (MSD) zuständig.

Zunächst empfiehlt es sich, den sonderpädagogischen Förderbedarf deines Kindes mithilfe eines sonderpädagogischen Gutachtens feststellen zulassen. Dieses Gutachten wird meistens von der Lehrkraft einer Förderschule zusammen mit der Klassenlehrerin erstellt. Wenn Du möchtest, kannst Du aber auch direkt die Schulaufsichtsbehörde kontaktieren und eine entsprechende Überprüfung beantragen.

Für das Gutachten werden verschiedene Tests mit deinem Kind durchgeführt, um das aktuelle Lernstandsniveau zu bestimmen und mögliche Ansatzpunkte für Förderung zu ermitteln (Test- und Lernprozessdiagnostik). Du als Elternteil wirst ebenso in die Erstellung des Gutachtens mit einbezogen, indem auch mit dir Gespräche geführt werden. Am Ende des sonderpädagogischen Gutachtens wird ein Förderort (also z. B. eine Förderschule oder die Regelgrundschule mit Unterstützung) für dein Kind empfohlen. Die Eltern werden danach über die Ergebnisse in einem weiteren Gespräch informiert. Als Elternteil hast Du ein Recht darauf, das Gutachten und die dazugehörigen Dokumente anzuschauen. 

Die Empfehlung ist für dich nicht bindend .Im Regelfall kannst Du wählen, ob dein Kind eine Regelgrund- oder Mittelschule oder ein Förderzentrum besuchen soll.   

Du möchtest noch mehr über das sonderpädagogische Gutachten erfahren?  

Hier findest Du noch mehr Informationen über ein sonderpädadogisches Gutachten:  

Gibt es Hilfe und Unterstützung vom Staat?

Kindern mit Behinderung und deren Familien stehen von staatlicher Seite einige Unterstützungsangebote zur Verfügung. Um ein Anrecht auf diese zu haben, muss die Unterstützungsbedürftigkeit nachgewiesen werden. 

Dafür sind vor allem zwei Dinge wichtig:

Nähere Informationen dazu erhältst Du in den jeweiligen Fachbeiträgen. Ganz wichtig ist hierbei jedoch immer: Wenn Du einen Antrag gestellt hast und dieser abgelehnt wurde, prüfe die Begründung genau und nimm den Entscheid nicht generell als unverrückbar hin! Einige Tipps bekommst Du auch in unseren Fachbeiträgen in der Rubrik Antrag, Widerspruch, Klage

Wenn beides nicht auf dein Kind zutrifft, kannst Du unter bestimmten Umständen beim Jugendamt  Fördermaßnahmen nach § 35a SGB VIII beantragen. Die Kosten für einen Besuch einer heilpädagogischen Tagesstätte, Legasthenie-Therapie oder Sozialtraining können so beispielsweise abgedeckt werden. 

Schulbegleitung (auch Integrationsassistenz genannt)

Möglicherweise besteht ein Anspruch auf eine Schulbegleitung. Ein Schulbegleiter unterstützt einen Schüler mit Behinderung während der Schulzeit und gibt individuelle Hilfestellung in Bereichen, in denen dieser Unterstützungsbedarf hat. Ausführliche Informationen zum Thema findest Du in unserem Fachbeitrag zum Thema Schulbegleitung

Inklusive Beschulung an einer Regelschule

Menschen mit Förderbedarf oder mit Behinderung haben ein Recht auf inklusive Beschulung an einer Regelschule. In der UN-Behindertenrechtskonvention ist das Recht auf Inklusion verankert und muss in nationales Recht bzw. in Länderrecht umgesetzt werden. 
In Bayern : Schulen mit dem Profil “Inklusion” (Inklusionsschulen) sind Regelschulen, die sich besonders auf die Inklusion von Menschen mit Behinderung eingestellt haben. Nach BayEUG Art. 2 Abs. 2 ist inklusiver Unterricht aber die „Aufgabe aller Schulen“.

Welche Möglichkeiten für Betreuung gibt es außerhalb der Schulzeit?  

Wenn Du für dein Kind zusätzliche Betreuung auch außerhalb der Schulzeit benötigst, gibt es vielerorts die Möglichkeit, es in einer heilpädagogischen Tagesstätte anzumelden. Bei vielen Förderschulen, vor allem mit den Förderschwerpunkten körperliche und motorische oder geistige Entwicklung, sind Tagesstätten direkt an die Schule mit angegliedert.  
Außerdem gibt es in vielen Städten Angebote der Offenen Hilfen die zum Beispiel im Rahmen des Familienentlastenden Dienstes Unterstützungskräfte zur Verfügung stellen, die beispielsweise zu dir nach Hause kommen und mit deinem Kind etwas unternehmen, sodass Du Zeit für andere Verpflichtungen und Interessen hast. 

Weiterführende Informationen
Quellenverzeichnis
Bildquellen