Unterstützungsangebote im Schulalter

Jugend- und Erwachsenenalter

Unterstützungsangebote im Schulalter

Stand: 05.02.2020

Bislang war alles in Ordnung. Dann kommt dein Kind in die Schule und auf einmal gibt es Probleme. Es “kommt nicht mit”, “lernt zu langsam” und versteht vielleicht vieles im Unterricht nicht. Dann könnte es sein, dass dein Kind Unterstützung beim Schulbesuch benötigt und “sonderpädagogischen Förderbedarf” aufweist. Dies bedeutet dann auch, dass dein Kind ein Anrecht auf gewisse Zusatzförderung in der Schule hat.


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Muss mein Kind nun in eine Förderschule?  

Nein, das ist nicht zwangsläufig der Fall. In Deutschland gibt es inzwischen viele Möglichkeiten der Inklusion. Dann bekommt dein Kind zusätzliche Förderung in der Grundschule, die jedoch in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt ist. In Bayern ist dafür zum Beispiel der Mobile Sonderpädagogische Dienst (MSD) zuständig. Es ist sinnvoll abzuwägen, ob der Besuch einer Förderschule oder der Besuch der normalen Grundschule besser für dein Kind ist. Dafür gibt es keine Pauschalantwort.

Zunächst empfiehlt es sich, den sonderpädagogischen Förderbedarf deines Kindes festzustellen. Dieses Gutachten wird meistens von einer Lehrkraft der Förderschule durchgeführt, z.B. über die Mobilen Sonderpädagogischen Hilfe (MSH). Wenn Du möchtest, kannst Du aber auch direkt die Schulaufsichtsbehörde kontaktieren und eine entsprechende Überprüfung beantragen. Für das Gutachten werden verschiedene Tests mit deinem Kind durchgeführt, um das aktuelle Lernstandsniveau zu bestimmen und mögliche Ansatzpunkte für Förderung zu ermitteln. Im Fachjargon heißt das auch: „Test- und Lernprozessdiagnostik“. Du als Elternteil wirst ebenso in die Erstellung des Gutachtens miteinbezogen, indem auch mit dir Gespräche geführt werden. Am Ende des sonderpädagogischen Gutachtens wird ein Förderort für dein Kind empfohlen. Die Eltern werden danach über die Ergebnisse in einem weiteren Gespräch informiert. Als Elternteil hast Du ein Recht darauf, das Gutachten und die dazugehörigen Dokumente anzuschauen. Diese Empfehlung ist für dich nicht bindend. In den meisten Fällen kannst Du wählen, ob dein Kind eine normale Grund- oder Mittelschule oder ein Förderzentrum besucht.  

Sie wollen noch mehr über das sonderpädagogische Gutachten erfahren?  

Hier findest Du noch mehr Informationen über ein sonderpädadogisches Gutachten:  

Wenn Du dich bei der Entscheidung zwischen Regelschule oder Förderschule schwertust, kannst Du dich im Fachbeitrag zum Thema Schulalter über die Unterschiede, Vor- und Nachteile informieren.

Gibt es Hilfe und Unterstützung vom Staat für mich?

Kindern mit Behinderung und deren Familien stehen von staatlicher Seite einige Unterstützungsangebote zur Verfügung. Um ein Anrecht auf diese zu haben, muss die Unterstützungsbedürftigkeit erst einmal nachgewiesen werden. Dafür sind vor allem zwei Dinge wichtig:

  • Der Schwerbehindertenausweis 
  • Die „Anerkennung der Pflegebedürftigkeit bei der Pflegekasse“

Nähere Informationen dazu erhälst Du in den jeweiligen Fachbeiträgen. Ganz wichtig ist hierbei jedoch immer: Wenn Du einen Antrag gestellt hast und dieser abgelehnt wurde, prüfe die Begründung genau und nimm den Entscheid nicht generell als unverrückbar hin!

Wenn beides nicht auf dein Kind zutrifft, kannst Du dennoch beim Jugendamt gewisse Fördermaßnahmen nach § 35a SGB VIII beantragen, wodurch unter Umständen z.B. Legasthenie-Therapie, Sozialtraining oder der Besuch einer heilpädagogischen Tagesstätte bezahlt werden kann.

Schulbegleitung (auch Integrationsassistenz genannt)

Möglicherweise besteht ein Anspruch auf eine Schulbegleitung. Ein Schulbegleiter ist jemand, der während der Schulzeit bei einem Schüler mit Behinderung ist, um diesem individuelle Hilfestellung zu geben, wo er behinderungsbedingten Bedarf hat.

Ausführliche Informationen zum Thema findest Du in unserem Fachbeitrag zum Thema Schulbegleitung

Inklusive Beschulung an einer Regelschule

Menschen mit besonderem Förderbedarf oder mit Behinderung haben ein Recht auf inklusive Beschulung an einer Regelschule. In der UN-Behindertenrechtskonvention ist das Recht auf Inklusion verankert und muss in nationales Recht bzw. in Länderrecht umgesetzt werden. Für Bayern gilt: Schulen mit dem Profil “Inklusion” (Inklusionsschulen) sind Regelschulen, die sich besonders auf die Inklusion von Menschen mit Behinderung eingestellt haben. Nach BayEUG Art. 2 Abs. 2 ist inklusiver Unterricht „Aufgabe aller Schulen“.

Welche Möglichkeiten für Betreuung gibt es außerhalb der Schulzeit?  

Wenn Du für dein Kind zusätzliche Betreuung auch außerhalb der Schulzeit benötigst, gibt es vielerorts die Möglichkeit, es in einer heilpädagogischen Tagesstätte [Link zum Artikel„Heilpädagogische Tagesstätte] anzumelden. Bei vielen Förderschulen, vor allem mit den Förderschwerpunkten körperliche und motorische oder geistige Entwicklung, sind Tagesstätten direkt an die Schule mit angegliedert.  

Außerdem gibt es in vielen Städten Angebote der Offenen Hilfen die zum Beispiel im Rahmen des Familienentlastenden Dienstes Unterstützungskräfte zur Verfügung stellen, die zu dir nach Hause kommen und sich mit deinem Kind beschäftigen, sodass Du auch mal Zeit für andere Verpflichtungen und Interessen hast.  

 

Weiterführende Informationen
  • Fachbeitrag zum Thema Schulbegleitung
Quellenverzeichnis
Bildquellen