Vollstationäre Pflege

Pflegeversicherung

Vollstationäre Pflege

Stand: 24.03.2020

Für manche Menschen mit Pflegebedarf ist die Unterbringung in einer vollstationären Einrichtung, einem Pflegeheim, notwendig. Für diese vollstationäre Pflege können Leistungen der Pflegeversicherung beantragt werden. Über die Voraussetzungen, die Höhe sowie den Umfang dieser Leistung informieren wir dich im Folgenden.


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Im Überblick 

Voraussetzungen

Die pflegebedürftige Person hat mind. Pflegegrad 2. 

Leistungen

Die vollstationäre Pflege umfasst Leistungen bis max. 2.005 € pro Kalendermonat je nach Pflegegrad (Pflegegrad 2: 770 €, Pflegerad 3: 1.262 €, Pflegegrad 4: 1.775 €, Pflegegrad 5: 2.005 €).

Antrag

Vollstationäre Pflege muss bei der Pflegeversicherung beantragt werden.

Gesetzliche Grundlage

Die gesetzliche Grundlage dazu ist § 43 SGB XI

Was ist vollstationäre Pflege?

Vollstationäre Pflege umfasst die komplette Pflege eines pflegebedürftigen Menschen in einem Pflegeheim bzw. einer vollstationären Pflegeeinrichtung. Davon zu unterscheiden ist die Pflege in einer vollstationären Einrichtung der Hilfe für behinderte Menschen. Über diese Form der vollstationären Pflege informieren wir dich in unserem Fachbeitrag zum Thema „Pflege in vollstationären Einrichtungen für Menschen mit Behinderung“.

Wer hat Anspruch auf vollstationäre Pflege?

Pflegebedürftige Personen, die mind. Pflegegrad 2 haben Anspruch auf vollstationäre Pflege.

Pflegebedürftige Personen mit Pflegegrad 1 können einen Zuschuss von 125 € pro Kalendermonat für die vollstationäre Pflege erhalten (Entlastungsbetrag).

Die vollstationäre Pflege kann nur in Einrichtungen erfolgen, die eine Zulassung der Pflegeversicherung nach § 71 Absatz 2 SGB XI haben. Ansonsten kann es sein, dass nur ein Teil der Kosten übernommen wird.

Wie hoch sind die Leistungen der vollstationären Pflege?

Die Höhe der Leistung richtet sich nach dem Pflegegrad. 

Pro Kalendermonat stehen folgende Leistungen zur Verfügung:

  • Pflegegrad 2: 770 €
     
  • Pflegegrad 3: 1.262 €
     
  • Pflegegrad 4: 1.775 €
     
  • Pflegegrad 5: 2.005 €
     

Diese Leistungen umfassen:

  • pflegebedingte Aufwendungen
     
  • Aufwendungen für Betreuung
     
  • Aufwendungen für Leistungen der medizinischen Behandlungspflege
     

Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung übernimmt die Pflegeversicherung nicht. Diese sind von der pflegebedürftigen Person selbst zu zahlen.

Muss ich einen Eigenanteil zahlen?

Bei der Unterbringung einer pflegebedürftigen Person in einem vollstationären Pflegeheim muss neben den Kosten für Unterkunft und Verpflegung ein sogenannter Eigenanteil von der pflegebedürftigen Person gezahlt werden. Der zu zahlende Eigenanteil ist von Pflegeeinrichtung zu Pflegeeinrichtung unterschiedlich, aber innerhalb der Einrichtung über alle Pflegegrade von 2 bis 5 gleich.
 
Das bedeutet: Auch wenn beim Betroffenen der Pflegeaufwand und damit der Pflegegrad steigt, so bleibt der Eigenanteil gleich hoch.

Welche Leistungen können mit der vollstationären Pflege kombiniert werden?

Grundsätzlich können bei einer vollstationären Unterbringung der pflegebedürftigen Person keine häuslichen bzw. ambulanten oder teilstationären Leistungen in Anspruch genommen werden. Diese Leistungen schließen sich gegenseitig aus.

Ausnahme: Verbringt die pflegebedürftige Person das Wochenende außerhalb der Einrichtung, z. B. zuhause, dann können für diesen Zeitraum Leistungen der häuslichen Pflege (z. B. Pflegegeld, Pflegesachleistung, Pflegehilfsmittel oder Kombinationsleistung) beantragt werden.

Weiterführende Informationen
Quellenverzeichnis
Bildquellen
  • https://de.123rf.com/photo_35024573_helfende-h%C3%A4nde-der-altenpflege-konzept.html?term=help&vti=lbk7smd621ffmtlo5x-1-73