Wohngeld

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Wohngeld

Stand: 27.02.2020

Wohnraum ist oft knapp und Wohnungen manchmal sehr teuer. Bei vielen Menschen reicht das eigene Einkommen dann oft nicht mehr aus, um den eigenen Wohnraum bezahlen zu können. Hierfür hat der Gesetzgeber die Möglichkeit einer finanziellen Unterstützung eingerichtet, das sogenannte Wohngeld. Im Folgenden stellen wir dir das Wohngeld vor, erklären unter welchen Voraussetzungen man Wohngeld beantragen kann und was Du darüber hinaus noch wissen solltest.


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Was ist Wohngeld?

Wohngeld ist eine Unterstützung des Staates für Bürger, die wegen eines geringen Einkommens ihre Wohnung nicht komplett selbst finanzieren können. Für Menschen mit Behinderung gibt es besondere Freibeträge.

Wohngeld gibt es  

  • für Mieter einer Mietwohnung. Das Wohngeld heißt dann Mietzuschuss.
  • für Eigentümer einer Wohnung oder eines Hauses. Das Wohngeld heißt dann Lastenzuschuss.

Die gesetzliche Grundlage des Wohngelds findest Du im Wohngeldgesetz (WoGG).

Habe ich Anspruch auf Wohngeld?  

Grundsätzlich hat jeder Bürger mit geringem Einkommen Anspruch auf Wohngeld.

Wichtig: Empfänger von sogenannten Transferleistungen z. B. Grundsicherung, Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Übergangsgeld, Hilfe zum Lebensunterhalt sind vom Wohngeld ausgeschlossen, da die Kosten für Wohnraum bereits in den Transferleistungen berücksichtigt sind. Auch Menschen mit Behinderung, die im Heim wohnen, haben unter bestimmten Umständen die Möglichkeit Wohngeld zu erhalten. Dies ist aber nur unter besonderen Voraussetzungen möglich, die Du hier nachlesen kannst.

Sobald Du einen Antrag auf Wohngeld stellst, wird dieser geprüft. Deine aktuelle Lebenssituation entscheidet dann darüber, ob Du Wohngeld erhälst. Die Bewilligung des Wohngeldes ist dabei insbesondere von drei Faktoren abhängig:

1. Anzahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder

Der Gesetzgeber möchte hier wissen, wie viele Personen mit dir im gemeinsam im Haushalt wohnen. Neben dem wohngeldberechtigen Antragsteller zählen zu den Haushaltsmitgliedern folgende Personen, wenn Du mit diesem in einer Wohn- und Wirtschaftsgemeinschaft lebst und die Wohnung, für die ein Zuschuss beantragt wird, der jeweilige Lebensmittelpunkt ist:

  • Ehegatte oder Lebenspartner eines Haushaltsmitglieds
  • Personen in einer Verantwortens- und Einstehensgemeinschaft mit einem Haushaltsmitglied
  • Eltern und Kinder eines Haushaltsmitglieds
  • Geschwister, Onkel, Tante, Schwiegereltern und -kinder, Schwager und Schwägerin eines Haushaltsmitglieds
  • Pflegekinder und -eltern eines Haushaltsmitglieds

Bei der Berechnung sind folgende Haushaltsmitglieder ausgeschlossen: Empfänger von Transferleistungen (z.B. Grundsicherung, Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Übergangsgeld, Hilfe zum Lebensunterhalt) und deren Ehegatten, Lebenspartner und weitere Mitglieder in der Bedarfsgemeinschaft, wenn die Kosten der Unterkunft bereits bei der Berechnung der Transferleistung berücksichtigt worden sind. Im Rahmen der Transferleistungen werden bereits Unterkunftskosten erstattet. Durch die Nicht-Berechnung wird eine doppelte Bezuschussung vermieden.

2. Höhe des Gesamteinkommens

Das Gesamteinkommen ist der zweite wichtige Faktor, der über die Bewilligung des Wohngelds entscheidet. Das Gesamteinkommen setzt sich aus dem Jahreseinkommen aller zu berücksichtigten Haushaltsmitglieder zusammen, also das gemeinsame Einkommen aller Personen, die mit dir gemeinsam in der Wohnung wohnen. Als Einkommen zählen:

  • Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit, Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung und sonstige Einkünfte abzüglich der Werbungskosten
  • Gewinn aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb und selbstständiger Arbeit

Vom Einkommen können verschiedene Pauschalen und Freibeträge abgezogen werden. Bei der Bestimmung deiner Abzüge hilft dir z. B. ein kostenloser Wohngeldrechner im Internet.

3. Höhe der zuschussfähigen Miete bzw. Belastung

Wohngeld wird nur für angemessen hohe Wohnkosten gewährt. Die Miete/Belastung ist deshalb nur bis zu bestimmten Höchstbeträgen zuschussfähig. Diese Höchstbeträge richten sich nach den örtlichen Mietpreisen. Jede Gemeinde mit über 10.000 Einwohnern und jeder Landkreis ist je nach Mitniveau einer von sieben Mietstufen zugeordnet. 

Welcher Mietstufe deine Gemeinde oder dein Kreis zugeordnet ist, siehst Du auf der Liste der Mietstufen. Die jeweiligen Höchstbeträge für die Miete oder die Belastung kannst Du diesen Wohngeldtabellen entnehmen. Beide Dokumente werden vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung herausgegeben.

Von der berücksichtigten Miete/Belastung müssen eventuell noch Abzüge gemacht werden, z. B. für gewerblich oder beruflich genutzten Wohnraum und für Wohnraum, der nicht von berücksichtigten Haushaltsmitgliedern genutzt wird.

Gibt es Freibeträge für Menschen mit Behinderung?  

Manche Personengruppen bekommen als Nachteilsausgleich bestimmte Freibeträge gewährt, die vom jährlichen Einkommen abgezogen werden können.

Die wichtigsten sind:

  • Freibetrag von jährlich 1800€ für jedes zu berücksichtigende schwerbehinderte Haushaltsmitglied mit einem Grad der Behinderung von 100 oder von unter 100 bei Pflegebedürftigkeit im Sinne des § 14 des Elften Buches Sozialgesetzbuch und gleichzeitiger häuslicher oder teilstationärer Pflege oder Kurzzeitpflege.
  • Freibetrag von jährlich 1320€, wenn ein zu berücksichtigendes Haushaltsmitglied ausschließlich mit einem Kind oder mehreren Kindern Wohnraum gemeinsam bewohnt mindestens eines dieser Kinder noch nicht 18 Jahre alt ist und für dieses Kindergeld nach dem Einkommensteuergesetz oder dem Bundeskindergeldgesetz oder eine in § 65 Absatz 1 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes genannte Leistung gewährt wird (§ 17 WoGG).
     

Hinweis: Die Pflegebedürftigkeit nach § 14 SGB XI wird im Allgemeinen durch einen entsprechenden Bescheid über einen Pflegegrad nachgewiesen oder über einen Bescheid zur Hilfe zur Pflege. Sie kann aber auch durch Vorlage des Merkzeichens „H“ im Schwerbehindertenausweis erbracht werden.

Wo beantrage ich Wohngeld?

Beim Wohngeld handelt es sich um eine Sozialleistung. Daher stellst Du den Antrag auf Wohngeld auch bei deinem zuständigen Sozialamt. Dort gibt es eine Wohngeldbehörde, also eine Abteilung, die für Wohngeld bzw. Wohnungsvermittlung zuständig ist. Auf dem BayernPortal kannst Du dir nochmals die wichtigsten Informationen rund um das Wohngeld durchlesen und die entsprechenden Anträge ausdrucken. Außerdem findest Du dort auch direkt deine zuständige Behörde.

Weiterführende Informationen
Quellenverzeichnis
Bildquellen
  • https://www.istockphoto.com/de/foto/baukindergeld-gm930157876-255038711