An Förderschulen fehlen Lehrkräfte

Corona und die Maßnahmen im Sinne der Pandemie Bekämpfung stellt schulisches Personal von Förderschulen ebenfalls vor eine große Herausforderung. Auch ohne Corona arbeiten seit vielen Jahren Sonderpädagogen am Limit.
Die Folgen der Zulassungsbeschränkung zu Beginn der 2000er Jahre rächt sich nach wie vor. Vor ca 20 Jahren ging man auf vielen Ebenen davon aus, dass die Zahl der Schüler mit Förderbedarf eher ab, als zunehmen würde. Ich erinnere mich da an eine Veranstaltung, an denen ich die folgenden Worte eines bereits verstorbenen Bezirkstagspräsidenten vernahm: In 20 Jahren wird es die Entwicklung zeigen, dass es immer weniger Kinder mit einer Behinderung geben wird.
Eine kolossale Fehleinschätzung mit Folgen. Es fehlt an Lehrern, fehlt an Fachkräften, fehlt an Schulen, fehlt an Wohnangeboten und dazu stellt sich immer noch aktuell die Frage, wohin mit den alten Menschen mit Pflege- und/oder Hilfebedarf? Die Zahl der Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten nimmt stetig zu, ebenso auch die teilweise Schwere der Behinderung und die damit verbundene Anforderung an das System.
Anfang der 2000 er Jahre wurden zu wenig Studenten zum Sonderpädagogik Studium zugelassen. NC lag in Bayern zwischen 1,0 und 1,8, wenn ich mich richtig erinnere. Eines meiner Kinder hat sich das Studium hart erkämpfen müssen. Dem Studium folgte eine noch weitaus höhere Bewährungsprobe im Schuldienst. Ich habe es mit erlebt, was Sonderpädagogen in ihrer Ausbildung erleben. Vor rund 4 Jahren wurde vom Kultusministerium Bayern verkündet, dass man um den fehlenden Nachwuchs wisse und wollte u.a. mit der Gründung von 5 neuen Lehrstühlen reagieren. München, Würzburg und neu auch in Regensburg. Doch was ist bis jetzt passiert? Nichts, so monieren es die Lehrerverbände zumindest. Wenn man dann bedenkt, dass in den nächsten Jahren eine nicht unerhebliche Zahl an hochspezialisierten Sonderpädagogen in den Ruhestand geht, stellt sich schon mal die Frage nach einer künftigen adäquaten Versorgung an den Förderzentren.
Gleichwohl muss man auch mal ansprechen, dass es vor 10 Jahren auch aus den Reihen von einigen Eltern kam, dass Sonderpädagogen eigentlich überflüssig seien. Lerne ein Kind doch am besten in einer inklusiven Schulklasse und von anderen Mitschülern.
Entwicklung und Fortschritt sollte sich immer in einer gewissen Balance mit den Gegebenheiten entwickeln. Hoffen wir das Beste für die künftige Generation Sonderpädagogen und SchülerInnen mit Förderbedarf.

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