Bayern stärkt die Pflegeversorgung

Mehr Pflegeplätze, Unterstützung für pflegende Angehörige und eine bessere Versorgung auf dem Land: Das waren wichtige Themen der Kabinettssitzung der Bayerischen Staatsregierung am 27. Oktober 2026.

Die Pflege in Bayern soll weiter ausgebaut und verbessert werden. Das geht aus einem Bericht des Gesundheits- und Pflegeministeriums hervor, der in der Kabinettssitzung vorgestellt wurde. Neben zusätzlichen Pflegeplätzen und mehr Pflegepersonal geht es vor allem darum, die häusliche Pflege zu stärken und Angehörige besser zu unterstützen.

Immer mehr Menschen werden pflegebedürftig

Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Bayern wird in den kommenden Jahren deutlich steigen. Während Ende 2023 rund 631.000 Menschen pflegebedürftig waren, könnten es bis zum Jahr 2050 bereits bis zu 980.000 sein.

Um auf diese Entwicklung vorbereitet zu sein, investiert Bayern in den Ausbau verschiedener Pflegeangebote.

Allein zwischen 2020 und 2025 wurden über das Förderprogramm „PflegesoNah“ fast 8.900 Pflegeplätze geschaffen oder modernisiert. Dazu gehören unter anderem Plätze in Tagespflegeeinrichtungen, ambulant betreuten Wohngemeinschaften und Pflegeheimen. Auch 320 Kurzzeitpflegeplätze wurden gefördert.

Mehr Unterstützung für pflegende Angehörige

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Unterstützung von Menschen, die ihre Angehörigen zu Hause pflegen. Mit dem Förderprogramm „GutePflegeFöR“ unterstützt Bayern Städte und Gemeinden dabei, neue Pflege- und Unterstützungsangebote vor Ort aufzubauen.

Seit 2023 wurden dafür rund 18,7 Millionen Euro Fördermittel bewilligt.

Das Ziel: Menschen sollen möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung leben können. Gleichzeitig sollen pflegende Angehörige entlastet werden und vor Ort bessere Unterstützung finden.

Mehr Nachwuchs für die Pflege

Auch beim Pflegepersonal gibt es positive Entwicklungen. Die Zahl der Auszubildenden in der Pflege steigt. In der generalistischen Pflegeausbildung gab es in diesem Jahr rund zehn Prozent mehr Auszubildende, bei der Pflegefachhelferausbildung sogar 13 Prozent.

Außerdem sollen ausländische Pflegekräfte schneller in Bayern arbeiten können. Dafür wurde das Anerkennungsverfahren mit der sogenannten „Fast Lane“ beschleunigt.

Bayern fordert eine schnelle Pflegereform

Trotz der Fortschritte sieht die Bayerische Staatsregierung weiterhin großen Handlungsbedarf. Sie fordert deshalb von der Bundesregierung, möglichst bald ein Konzept für eine umfassende Pflegereform vorzulegen.

Die Pflegeversicherung soll langfristig finanziell abgesichert und gerechter gestaltet werden. Besonders wichtig ist aus Sicht Bayerns, die häusliche Pflege zu stärken.

Auch die medizinische Versorgung auf dem Land soll gesichert werden. Dafür unterstützt Bayern beispielsweise mit der Landarztprämie Ärztinnen und Ärzte, die sich in ländlichen Regionen niederlassen. Seit 2012 wurden bereits 1.600 solcher Förderungen vergeben.

Was bedeutet das für Menschen mit Behinderung und ihre Familien?

Der Ausbau der Pflegeangebote ist auch für Familien mit Kindern und Erwachsenen mit Behinderung wichtig. Gerade Angehörige, die einen Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf zu Hause versorgen, sind auf verlässliche Pflege- und Entlastungsangebote angewiesen.

Mehr Tagespflege, Kurzzeitpflege und Unterstützung vor Ort können Familien helfen, den Alltag besser zu bewältigen. Allerdings enthält der Bericht keine konkreten neuen Leistungen speziell für Menschen mit Behinderung oder ihre Familien.

Wie sich die angekündigte Pflegereform tatsächlich auf die Leistungen und Ansprüche von Familien auswirken wird, bleibt abzuwarten.

Genaue Informationen, findest Du hier: Bericht aus der Kabinettssitzung vom 27. Oktober 2026 – Bayerisches Landesportal