Am 24. Oktober 2025 findet zum ersten Mal der Tag der pflegenden Eltern statt. Initiiert und koordiniert wird er vom Arbeitskreis pflegender Eltern von wir pflegen e.V. und zahlreichen Unterstützer*innen.
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Heute ist zum 2. Mal der Tag der pflegenden Eltern. Ein guter Anlass, die Politik daran zu erinnern: Pflegende Familien sind kein Sparmodell. Sie tragen seit Jahren und Jahrzehnten einen großen Teil der Versorgung und halten ein System am Laufen, das ohne sie längst kollabiert wäre.
Ohne die Verhinderungspflege hätten wir die Betreuung und Pflege unserer Tochter niemals bis fast zu ihrem 40. Lebensjahr zu Hause leisten können. Umso unverständlicher finde ich, dass ausgerechnet diese flexible Leistung als eigenständiger Anspruch wegfallen soll
Mit dem neuen Pflegeneuordnungsgesetz werden mehr Beratung, Pflegebegleitung vor Ort und höhere Leistungsbudgets versprochen. Das klingt eigentlich gut. Eigentlich…
Gleichzeitig soll jedoch die flexible Verhinderungspflege als eigenständige Leistung wegfallen. Da frage ich mich, wie das zusammenpassen soll. Wurde dabei ausreichend berücksichtigt, was Familien, ihre behinderten Kinder und Menschen mit komplexen Behinderungen tatsächlich brauchen?
Dann verwundert mich auch noch die Ankündigung einer „fachlichen Pflegebegleitung vor Ort“. Wo und wie soll diese Begleitung konkret stattfinden? Wer soll sie übernehmen? Und was hilft einer Familie die beste Beratung, wenn es in ihrer Region keinen Familienentlastenden Dienst gibt, wenn Kurzzeitpflegeplätze für Menschen mit komplexen Behinderungen fehlen oder wenn vorhandene Betreuungsangebote Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf nicht aufnehmen können (oder wollen)?
Pflegende Eltern brauchen nicht noch mehr gut gemeinte Beratung und Ansprechpartner. Beratung funktioniert bei den meisten Familien gut über andere betroffene Familien und ihre Communitys. Familien brauchen verlässliche Entlastung, ausreichende geeignete(!) Angebote und Leistungen, die im Alltag tatsächlich nutzbar sind. Unterstützung entsteht nicht durch zusätzliche Beratung, sondern dadurch, dass die benötigten Hilfen auch wirklich vorhanden sind - und zwar auch für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf und komplexen Behinderungen.
„Wenn die Kürzungen jetzt stattfinden würden, dann würden wir am Ende sein.“