Medienberichte zum Thema Corona-Impfung

Bericht aus Baden-Württemberg

Lehrer und Erzieher bekommen früher als bislang geplant einen Termin für die Corona-Impfung. Ein Grund ist der Impfstoff von Astrazeneca, weil ihn viele ablehnen. Doch die neue Impf-Reihenfolge sorgt auch für Kritik.

Video abrufbar in der ARD-Mediathek

Lehrer von Förderschulen haben nun teilweise einen Termin. Welcher Impfstoff verwendet wird, ist im Vorfeld nicht bekannt! Lotteriespiel…

Lehrer/Erzieher werden nun in Priorisierung hochgestuft - gefühlt wie 1,5 - und scheinbar schnell geimpft und manche teilstationäre Einrichtung, welche seit 8.2.21 mit der erneuerten Impfstoffverordnung in Priorisierung 1 hochgestuft wurden , schlafen noch den Dornröschenschlaf…

Wenn eine Impfeinladung über das Impfportal erstellt wird, werden Termine für die Erst- und Zweitimpfung vorgeschlagen. Am zeitlichen Abstand kann man erahnen, ob für Biontech/Moderna oder für AstraZeneca; die Impfabstände der Impfstoffe kann jeder anderweitig googeln.
Wie das Vorgehen bei ‚Sammelanmeldungen‘ über Einrichtungen ist, weiß ich nicht.

Die Tagesförderstätte hatte sich mit dem Gesundheitsamt / Impfzentrum in Verbindung gesetzt und nach einer „Sammel-Impfung“ gefragt. Die ganze Organisation wurde abgeklärt und uns Eltern telefonisch und schriftlich mitgeteilt.
Unsere Tochter wird in der nächsten Woche in der Tafös zum 1. Mal geimpft. Die zweite Impfung soll Ende März erfolgen.
Die bisherige Organisation läuft trotz der ungewohnten Situation äußerst professionell.

Wir Eltern werden uns impfen lassen, sobald wir endlich Termine zur Verfügung gestellt bekommen. Allerdings auch mit einem Abstand von mindestens 3-4 Tagen, damit immer jemand von uns einsatzbereit ist.

Hallo Inge, schön, dass Sie so positiv über ihre Einrichtung berichten können. In unserer heilpädagogischen Tagesstätte gibt es das noch jüngere Klientel. Dis dato ist das Thema Impfung, Priorisierung, Vormerkung, gesammeltes Vorgehen durch die Institution weder schriftlich noch telefonisch gegenüber uns Eltern/mir als Elternteil seit dem 8.2. angegangen worden und überhaupt ein Agieren signalisiert worden. Was ggf in Elternbeiratssitzungen besprochen oder ausgemacht wird, erschließt sich leider der breiten Elternschaft nicht. So unterschiedlich kann in Einrichtungen gearbeitet werden Vielleicht sind wir ja bei unterschiedlichen Trägern, unterschiedlichen Leitungsgremien und unterschiedlichen Landkreisen?

PS: Keiner muss sich für sein privates Vorgehen- wie auch immer er die Impfung familienintern gestaltet - gegenüber irgendjemanden in diesem Forum rechtfertigen.
Ich denke wir bewegen uns alle auf Augenhöhe und völlig gleichberechtigt.

Sicherlich kommt es immer auf die Menschen an, die hier die Entscheidungen treffen müssen, wobei in einer heilpädagogischen Tagesstätte ein gemeinsames Vorgehen durch die unterschiedlichen Altersgruppen - Zulassungskriterien der Impfstoffe im Alter zwischen 16 und 18 Jahren - sicherlich wesentlich schwieriger ist.
Vielleicht wäre es ein Weg, dass der Elternbeirat sich mit der Einrichtungsleitung in Verbindung setzt, damit entsprechende Informationen an alle Eltern ausgegeben werden?

1: sollte eine Einreichtungsleitung nicht von sich aus mit den Eltern kommunizieren, ob, wer, wann, wie … Differenzierung Hol- oder Bringschuld - wie so häufig
2: die Sorgeberechtigten treffen die alleinige Entscheidung
3: die höchste Dringlichkeit hat im Moment die Priorisierung; durch die heilpädagogischen. TS in Priorität 1, bei Anmeldung im Impfportal über die Eltern 2
4: Nachweis der geistigen Behinderung - vielleicht als Gruppe über die TS leichter
5: die Impfung muss nicht in der Einrichtung erfolgen, nur die Anmeldung /Vormerkung im Impfzentrum und die Priorisierungsgruppe sollten festgelegt werden. Als Bezugsperson würden vielleicht die Eltern zur Impfung mitgehen wollen.
6: auch an den Förderschulen/ TS sollte die Impfquote der Schüler ( ab 16 J oder ab 18 J) im Interesse aller Schüler vor Ort möglichst hoch sein - bei freier Entscheidung
7: Thema Maskeverweigern - ggf Schutz durch Impfung

Hallo @FProv19,
es gibt sehr unterschiedliche Ansichten darüber, inwieweit sich Einrichtungen in Bezug auf private Entscheidungen engagieren sollten. Manche Eltern verbitten sich eine solche „Einmischung“ vehement.
Ich hatte nachgefragt, ob eine „Sammelimpfung“ in der Tafös möglich wäre, nachdem ich von anderer Seite von dieser Möglichkeit gehört hatte. Wir „Tafös-Eltern“ haben auch eine WhatsApp-Gruppe, in der solche Themen besprochen werden. Nachdem das Echo dort größtenteils auch sehr positiv war, hat sich die Leitung der Förderstätte darum gekümmert.
Deshalb auch mein Gedanke, dass ein Gespräch mit dem Elternbeirat und/oder der Einrichtungsleitung ein Weg sein könnte.

Hallo Inge, dass die Impfung eine ureigenste private Entscheidung ist, ist gänzlich ohne Zweifel.

Wenn in einer amtlich erlassenen Impfschutzverordnung auf Einrichtungen Bezug genommen wird, erwarte ich als Klientel einer Einrichtung, dass die Leitung zum Thema Aktivität zeigt, völlig (Impf)Ergebnis offen. Und da sich eine Rechtsanspruch über den Besuch einer Einrichtung ergibt, sollte mindestens angeboten werden, dass irgendeine Kooperation möglich ist. Aber alles ist ein sehr öffentlichkeitswirksames Thema und auch (lokal)politisch behaftet, schlimm wenn den Sorgen der Eltern so wenig Beachtung geschenkt wird. Es geht nicht darum, dass alle zum Impfen müssen. Aber was eine Einrichtung tun könnte, sollte unaufgefordert getan werden. Manche Sozialvereine definieren so ja auch Lobbyarbeit und Engagement.
Meine verstorbene Mutter war zuletzt in einem Altersheim untergebracht. Würde dort die Gesellschaft in Frage stellen, dass eine engagierte Einrichtungsleitung erst auf Antrag Aktivität in dem im Moment alles dominierenden Thema Impfen entwickeln sollte? So kann ich zu Ihrer Argumentation und Handlungsempfehlung durchaus eine Parallele ziehen.
Ich argumentiere hier für andere, wir sind familientechnisch mit Impfung/Registratur bereits durch.

Meiner Ansicht nach macht es hier einen Unterschied, ob es um teil- oder vollstationäre Einrichtungen geht.
In den vollstationären Einrichtungen (Altersheime, Einrichtungen der Behindertenhilfe) ist der Lebensort die Einrichtung, in der (fast) alle Lebensbereiche professionell abgedeckt sind - also auch die Gesundheitssorge.
In teilstationären Einrichtungen (Tagespflege, Heilpädagogische Tagesstätten, Tagesförderstätten) ist der Lebensmittelpunkt immer noch die eigene Wohnung bzw das eigene Haus. Die Gesundheitssorge liegt in den Händen der Familien.
Wie bereits geschrieben: ein Gespräch mit dem Elternbeirat oder der Einrichtungsleitung bringt Licht ins Dunkel.

Anmerkung: Es war AstraZeneca, der bei den Lehrkörpern am 27.02. zum Einsatz kam.

Hallo Inge,

  1. wie gesagt wir hatten bereits das Glück, dass der Mensch mit Handicap geimpft wurde.

  2. ich glaube wir sind beides keine Juristen - ich glaube aber, wir reden über Hol- und Bringschuld gegenüber dem Menschen mit Handicap.

  3. in der 2. Impfstoffverordnung ist geregelt, dass diese sowohl stationär als auch teilstationär in Priorisierung 1 sind. Ich stimme Ihnen zu, dass die Eltern die Gesundheitssorge tragen - nicht desto trotz geht es um den Schutz aller in manchen Einrichtungen - und Förderschule+heilp. TS besuchen ca 150-200 Schüler, in einer Tagesförderstätte sollten ca 20-30 Menschen mit Handicap anwesend sein. Allein durch die höhere Anzahl an anwesenden Personen und der fast Deckungsgleichheit mit der Förderschule verschiebt sich die Perspektive doch etwas.

  4. Ich äußere nur eine stille schlummernde- vielleicht auch bei anderen unausgesprochene - Erwartungshaltung, die unaufgefordert von Leitungsseite derzeit anstehende Probleme proaktiv anzugehen - im Zuge von Kooperationen mit den Sorgeberechtigten in einer weltweiten Pandemie - im Interesse der Menschen mit Handicap.

  5. Scheinbar verbleiben wir hier in einer gegenseitigen Erwartungsdissenz.

Eine kleine Textstelle zur allseitigen Reflexion über Einrichtungen:
Lernende Organisationen nutzen Verfahren zur Bestandsaufnahme, Zielbestimmung und Ergebnisüberprüfung. Qualitätsentwicklungsprozesse können angestossen, geplant und reflektiert werden, Einrichtungen können daraus Anregungen zur Weiterentwicklung, Verbesserung von Prozessen und Ergebnisse erwirken.