Sind wir jetzt wieder auf dem Weg dorthin, wo wir “NIE WIEDER” sein wollten?
Wenn Teilhabeleistungen für Menschen mit Behinderungen als Kostenfaktor dargestellt werden, ist das kein Sparargument – das ist Sozialdarwinismus. Vor 100 Jahren war diese Denkweise der erste Schritt in die Katastrophe.
Ich bin nicht nur entsetzt. Ich bin wütend. Ich verachte diese Heuchelei: Einerseits Tränen für die Opfer von gestern, andererseits kalte Berechnungen über die “Kosten“ von Menschen mit Behinderung heute. Wo bleibt da das “Nie wieder“?
Die Lebenshilfe Gießen stellt künftig nicht mehr auf dem Hessenhallen-Gelände aus. Grund ist die Enttäuschung über die Vermietung der Hallen an die Jugendorganisation der AfD sowie das ignorante Verhalten der Messegesellschaft.
Die Lebenshilfe warnt: Nicht auf Kosten von Menschen mit Behinderung!
Lebenshilfe warnt vor Einschnitten bei der Eingliederungshilfe nach Bericht der Sozialstaatskommission.
Die Sozialstaatskommission empfiehlt dem Bundessozialministeriums, sich bei der Eingliederungshilfe auf zeitnahe Kostensenkungen zu fokussieren, etwa durch Änderungen im Vertragsrecht zum Umgang mit Tarifsteigerungen.
Man kann das Leben von behinderten Menschen Schritt für Schritt einschränken – durch Gesetzesänderungen, angezweifelte Bedarfe, gestrichene Leistungen und gekürzte Unterstützung – bis von Lebensqualität nichts mehr übrig bleibt.
Zwei Tage nach #niewieder geht die Politik wieder zum Sozialabbau.
Der Bezirk Mittelfranken gab für Fahrdienste für Menschen mit Behinderung mehr als alle anderen bayerischen Bezirke zusammen aus. Jetzt plant der Bezirkstag, die Zugangsberechtigung einzuschränken. Die Richtlinien wurden geändert, um die Anzahl der Anspruchsberechtigten zu reduzieren.
Der Behindertenrat warnt: Vor allem Menschen mit Orientierungsschwierigkeiten könnten künftig vom öffentlichen Leben ausgeschlossen werden.
Das habe ich dazu gefunden, u.a. aus der Zeitschrift “Kontakte” von Tatenwerk. Die habe ich zufällig von einer Bekannten aus Würzburg bekommen. Ist Nr 2/2025
Das ist absolut verantwortungslos. Statt Einsparungen um jeden Preis zu priorisieren, sollte der Fokus auf der Sicherung von Lebensqualität und Arbeitsplätzen liegen. Wer hier spart, spart am falschen Ende – auf Kosten der Schwächsten.
Neben einem Verlust an Förderung und Unterstützung für die Menschen mit Behinderung fürchtet die Liga auch um Arbeitsplätze. Rund ein Drittel des Personals in den besonderen Wohnformen für Behinderte könnte wegfallen, hieß es.
Ich finde deinen Beitrag wirklich stark. Viel zu oft wird vergessen, dass Inklusion und Teilhabe keine „Extras“, sondern Grundlagen für ein würdiges Leben sind. In meiner Stadt wurden auch Projekte aus Spargründen gestrichen und am Ende leiden echte Menschen darunter. Politische Worte klingen oft gut, aber im Alltag hat das große Folgen. Habt ihr auch das Gefühl, dass selten über konkrete Lösungen gesprochen wird, die direkt von den Betroffenen selbst kommen?
„Wir müssen weg von diesem Gold- und Platinrahmen hin zu der Politik der Vernunft, was bezahlbar ist“ - Matthias Klopfer (SPD) Oberbürgermeister von Esslingen
„Abschied vom Schlaraffenland“ - Frank Nopper (CDU), Oberbürgermeister von Stuttgart