Wir brauchen keine Förderschulen?!?

Inklusionsbewegung von oben nach unten?…ich bin über einen Beitrag von Raul Krauthausen gestolpert und würde gerne eure Meinung dazu lesen. Raul beruft sich in seiner Aussage darauf, dass Förderschulen für ihn Sonderschulen bleiben, weil sie aussondern und fordert deren Abschaffung vehement. Soweit so gut.

Schaue ich auf die Schullandschaft, Klientel und Eltern im Bereich der geistigen Entwicklung stellt sich aber für mich die Frage, warum nimmt dann der Bedarf an Schulplätzen permanent wieder zu? Liegt es größtenteils an der Ausstattung der Regelschulen und den Anforderungen, die eine inklusive Beschulung mit sich bringt, oder verlassen Schüler frustriert die Regelschulen, weil sie unter einem permanenten Erwartungsdruck stehen, den sie mit Freude gar nicht erfüllen können?

Wie sinnvoll ein Förderschulsystem für Kinder sein kann, wird an diesen Förderschulen immer wieder festgestellt und momentan “brennt so einigen Schulen in Bayern sogar richtig Hütte”, da es an freien Plätzen fehlt.

Raul Krauthausen benennt in seinem Artikel die Förderschulen weiterhin als “Sonderschulen”. Zum einen zeigt es deutlich, dass dieses Ändern der Begrifflichkeit, nicht immer alles zum Besseren aufsteigen lässt, zum anderen vielleicht aber auch, dass ein Begriff aus der Inklusionsbewegung einfach ignoriert wird. Wie fühlen sich da die SchülerInnen und PädagogInnen dieser Fördereinrichtungen (Förderschulen) wenn durch das Wort Sonderschule in eine längst zurückliegende Vergangenheit gerudert wird? Und wollen denn wirklich alle Besucher von Fördereinrichtungen, dass ihre geliebte Schule geschlossen wird und alles an Regelschulen verschoben würde?

Gerade Autisten möchten sehr gerne an Regelschulen beschult werden und man versucht es ja auch immer wieder. Aber es sind am Ende nicht nur die Vorgaben, oder auch eine Willkür, dass es für die SchülerInnen zum Leidensdruck ausufern kann. Manchmal sind es die MitschülerInnen selbst, die einfach nicht mit einer inklusiven Beschulung zurechtkommen. Mobbing treibt dann so manchen Schüler mit Förderbedarf, sonderpädagogischem Förderbedarf, Sozialkompetenztrainungsbedarf, etc, auch zu den Worten: ich bringe mich um, wenn ich nicht mein Abitur machen kann.

Ich finde es als ein ernstes Thema und ich finde eine Wahlfreiheit immer noch die beste Lösung. Natürlich immer im Mittelpunkt das zu beschulende Kind selbst. Ich persönlich würde mich nie für eine Abschaffung von Fördereinrichtungen, mit gut ausgebildetem Personal aussprechen wollen.

Aber welches Klientel meint Raul Krauthausen eigentlich?

Wir brauchen keine “Förderschulen”