Suche einen Fachmann zum Thema Toxoplasmose

Hallo zusammen,

Ich habe eine Frage zum Thema Toxoplasmose in der Schwangerschaft.

Bei meiner zweiten Schwangerschaft wurde leider erst in der 30. Woche der Test auf Toxoplasmose gemacht. Dieser war positiv.

Bis zur Entbindung wurde unser Baby mehrmals per Ultraschall auch im Krankenhaus angesehen und es gab bis zur Geburt keine Auffälligkeiten. Deshalb wurde keine Fruchtwasseruntersuchung durchgeführt.

Als unser zweiter Schatz auf die Welt kam, wurde sofort Blut von mir, aus der Nabelschnur und von unserem Sohn abgenommen und in ein Labor geschickt. Von unserem Sohn wurde auch an den Folgetagen Blut abgenommen. Im Wochenbett wurden bei ihm die Augen, Ohren und auch der Schädel samt Gehirn gemessen und geprüft. Alle Tests waren unauffällig. Die Augen wurden noch öfter geprüft. Die Ohren und der Schädel, samt Gehirn wurden insgesamt 2x angesehen.

Nach einem Jahr testen und öfterer Blutentnahme bei unserem Sohn, bekam ich vom untersuchenden Labor die erleichternde Nachricht, dass KEINE PRÄNATALE TOXOPLASMOSE stattgefunden hat.

Ich habe mit all den behandelnden Ärzten gesprochen und auch öfter im Labor angerufen, ob er tatsächlich nichts abbekommen hat!?

Jetzt möchte ich die Frage hier bei euch noch einmal stellen. Kann ich diesem Befund zu 100% glauben, dass unser Schatz wirklich nichts abbekommen hat?

Ich wäre ihnen (Kirsten) sehr dankbar, wenn ich mich evtl. noch an ihre speziellen Ärzte wenden könnte, denn seit dem Tag, als ich schwanger die Diagnose bekam (2015) finde ich keine Ruhe mehr und leider kennt sich meines Erachtens fast kein Arzt wirklich damit aus.

Ich wäre ihnen soooo unendlich dankbar.

Viele Grüße
Jacqueline

Hallo Jacqueline,

wie Sie schon richtig sagen, kennt sich @Kirsten mit diesem Thema sehr gut aus. Daher möchte ich gar nicht so viel vorweg nehmen. Aber vielleicht kann ich Ihnen ein bisschen Mut machen aus der eigenen Erfahrung heraus. Ich bin selbst Mama von zwei Kindern und kann Sie von dieser Seite her sehr gut verstehen. Auch bei mir wurde bei der zweiten Schwangerschaft „mitten drin“ positiv auf Toxoplasmose getestet - man fragt sich einfach, warum das nicht schon ganz am Anfang ordentlich getestet wird. Entscheidend ist zum Beispiel auch, wann man sich infiziert hat, z.B. schon VOR Schwangerschaftsbeginn, oder erst ganz frisch. Wann Sie sich ungefähr infiziert haben kann Ihnen nur der Arzt sagen. Zu dem Thema haben wir auch einen [Fachbeitrag]. (Diagnose Toxoplasmose - und nun?)
ABER: Ihr Kind wurde sehr gründlich untersucht, wie Sie beschreiben! Ich kann gut verstehen, dass Sie ganz, ganz sicher sein wollen. Ich kann Ihnen für Ihre innere Ruhe nur ans Herz legen, darauf zu vertrauen, dass die Ergebnisse der ausführlichen Untersuchungen richtig waren und Ihr Kind sich nicht infiziert hat. Es ist bestimmt alles gut! Ich denke schon, dass Sie den unauffälligen Befunden nach wie vor glauben dürfen und Ihr Aufatmen und die Erleichterung nach der Mitteilung richtig war. Inzwischen ist Ihr Kind ja auch schon älter, Sie kennen Ihr Kind am Besten und können einschätzen, welchen Eindruck Sie über die letzten Jahre von Ihrem Sohn haben. Wenn Sie noch beunruhigt sind, oder einen Grund zur Annahme haben, dass etwas nicht in Ordnung ist, und wenn es nur Ihr Gefühl ist, dann lassen Sie eben noch einmal drauf schauen!
Bestimmt meldet sich Kirsten ganz bald bei Ihnen und kann Ihnen sicher auch nochmal unter die Arme greifen.

Liebe Grüße,
Judith

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Hallo Jaqueline,

Bin gerade im Urlaub unterwegs. Möchte dir nur schon mal schreiben, dass ich deine Ängste verstehe. Gerne kann ich dir auch noch einmal eine Spezialistin aus der Forschung empfehlen. Die könnte dir vielleicht auch noch einmal weiterhelfen und deine Ängste gegebenenfalls auch nehmen. Wenn du magst, können wir auch gerne per pn kommunizieren. Wie du es hier beschreibst, sieht alles sehr gut aus.
Erst einmal liebe Grüße
Kirsten

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Hallo Judith, hallo Kirsten,

als erstes möchte ich mich bei euch beiden für eure Antworten sehr bedanken.

Ja, Judith, da hast du recht. Er ist jetzt mittlerweile 5 Jahre alt und von seiner geistigen und sprachlichen Entwicklung ist er voll da und da bemerke ich nichts auffälliges.

Das, was mir Sorge bereitet ist seine Anfälligkeit für Infekte. Für mich ist er gefühlt ständig krank… und deshalb werde ich die Sorge nicht los, dass es vielleicht doch mit der Toxo zusammen hängen könnte!?

Wie ich schon geschrieben habe, wurde es bei mir in der 30. SSW diagnostiziert. Das Labor konnte nur bis 6 Monate zurück rechnen und hat diese ausgeschlossen mit der Erstinfektion. Somit konnte fast die komplette Schwangerschaft ausgeschlossen werden, bis auf 2 Wochen. Die Fachärztin sagte, dass sie sich sicher sei, dass meine Infektion vor der Schwangerschaft stattgefunden haben muss und ich wurde nicht mit Antibiotikum behandelt.

Jetzt weiß ich eben nicht, ob hier vielleicht nicht doch etwas auf unseren Schatz übergegangen ist, da er bis jetzt ein schwaches Immunsystem hat.!?

Nochmal vielen Dank an euch für eure Meinung und Hilfe.

Viele Grüße
Jacqueline

Hallo,

das klingt doch sehr gut und zu Beginn der Schwangerschaft ist der Embryo ja auch noch nicht an den Blutkreislauf angeschlossen, ich denke du kannst sehr sicher sein, dass keine Infektion in der Schwangerschaft stattgefunden hat und durch deine Infektion vorher warst du und dein Baby vor Toxoplasmose geschützt durch deine bereits entwickelten Antikörper! Ich verstehe, wenn dich die Infektanfälligkeit beunruhigt, einen Zusammenhang mit der Toxoplasmose Infektion sehe ich nicht.
Die Anfälligkeit hast du bestimmt beim Kinderarzt schon angesprochen , und was ihr da tun könnt? Von unserem Arzt kommt auch immer das Übliche : gesundes Essen, Vitamine, viel frische Luft…
Liebe Grüße

Hallo Jacqueline,

nun möchte ich mich auch wieder bei Dir melden. Deine Ängste nehme ich ernst und finde es ok, wenn du dir einfach noch ein wenig Infos, bzw. Erfahrung zum Thema einholen möchtest. Es ist ja gut, dass es das Internet gibt. In unserem Fall musste man sich mühsam Infos zusammensuchen und es dauerte Jahre, bis ich einigermaßen durchgeblickt habe. Es gab in den frühen Zeiten des Internets eine ganz tolle Seite einer Mutter. Sie hatte das mit den Titern und den möglichen Schädigungen so toll aufbereitet und erklärt, dass seinerzeit diese homepage sogar von Ärzten anerkannt wurde. Leider gibt es die Seite schon lange nicht mehr. Eine Frage habe ich aber zu Anfang noch. Wurde Deinem Kind vor der Entbindung Blut aus der Nabelschnur entnommen? Wenn ja, konnten Antikörper im Blut deines Kindes festgestellt werden? Wenn ja, waren es seine eigenen, oder deine? Sollte kein Nabelschnurblut entnommen worden sein, erübrigt sich diese Frage zumindest.
Der Hintergrund dazu. Es wird so sein, dass dein Kind keine eigenen Antikörper für Toxoplasmose gebildet hat, man bei ihm also keine Infektion nachweisen kann. Da er keinerlei Auffälligkeiten zeigt, sieht das doch auch gut aus. Ich würde trotzdem ein Augenmerk auf die Augen legen und diese einfach ab und zu überprüfen lassen. Generell wird das heute ja sowieso bei den Kinderärzten mit überprüft.
Bei mir war es wahrscheinlich eine Infektion in der frühen Schwangerschaft, da sind die evtl. auftretenden Schädigungen am größten. Mein Sohn zeigt ja auch dementsprechende Schädigungen. 3 Wochen vor der Entbindung wurde mehrmals Nabelschnurblut entnommen und festgestellt, dass sein Blut voll meiner Antikörper war. Er selbst hatte gar keine aufgebaut. Vor ein paar Jahren war auch bei ihm eigentlich gar keine Toxoplasmose Infektion nachweisbar. Es ist wissenschaftlich ein interessanter Bereich und man weiß heute einiges mehr, was die Bestimmung der Titer betrifft. Auch muss eine Infektion im letzten Drittel der Schwangerschaft keine Schädigungen hervorrufen. Eine Infektanfälligkeit in diesem Zusammenhang kenne ich persönlich nicht. Ich habe vor ein paar Jahren das Blut meines Kindes in einem wissenschaftlichen Labor untersuchen lassen. Auch weist mein Kind (inoffiziell) eine frühe Infektion auf, was man allein aus den Schädigungen seiner Augen und seines Gehirns dokumentieren kann und mir auch von Ärzten bestätigt wurde. Offiziell ist es eine späte Infektion - eine späte Infektion, bei der die Entwicklung der Augen und des Gehirns bereits im ersten Drittel nachweisbar fehlgebildet wurden. (!)
Mir ist kein praktizierender Arzt bekannt, den ich als Facharzt für Toxoplasmose empfehlen könnte. Es ist vom Gefühl her so, wie Du es beschreibst. :slight_smile: Das liegt eben auch an dem eigentlich eher seltenen Auftreten einer Toxoplasmose in der Schwangerschaft. Dass man heute die Empfehlung zur Untersuchung innerhalb der Vorsorge bekommt, haben mein Sohn und ich mehr oder weniger erreicht. Es gab sogar mal einen generellen bezahlten Test, kurz nach unserem recherchierten und aufbereitetem Fall. Durch Regierungswechsel wurde das schnell wieder eingestellt. In der ehemaligen DDR und angrenzendem EU Ausland, soll man angeblich immer getestet worden sein. Durch eine frühe Behandlung, könnten ja auch die meisten Schäden vermieden werden.
Ich kann natürlich nur aus meiner eigenen Erfahrung schreiben, bzw. unseren Fall und die Erklärung einzelner Ärzte wiedergeben.

Toxoplasmen verkapseln sich ja im Rückenmark, ähnlich wie die Windpocken. Bei immungeschwächten Personen, also unter Krebstherapie oder z.B. bei HIV, oder auch im Stress, könnte es sein, dass eine Toxoplasmose, auch wenn man als immun nach einer abgelaufenen Infektion gilt, angeblich wieder aufflackern. Es gibt Berichte darüber und ich habe es an meinem Kind auch erlebt. Dieses stellt man im allgemeinen an den Augen als erstes fest. So war es bei meinem Kind, so kenne ich es aus Erfahrungsberichten und darum sollten die Augen einfach ein wenig mehr überwacht werden.
Das aber nur zur allgemeinen Information.
Ich empfehle Dir einfach dem Arzt zu vertrauen und regelmäßig alle Untersuchungen durchführen zu lassen und die Augen und die Sehkraft in Intervallen testen lassen. Am besten in einer Sehschule an einer Augenklinik. Sie werden Dich ganz sicher nicht wegschicken und können dich bestimmt auch beruhigen.

Alles Gute für Dich und deinen Sohn und bei Fragen, wir sind ja hier erreichbar.

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