Fruchtwasseruntersuchung - was ist das?

Schwangerschaft

Fruchtwasseruntersuchung - was ist das?

Stand: 10.01.2020

Bei der Fruchtwasser-Untersuchung (auch Amniozentese genannt) wird der Schwangeren Fruchtwasser entnommen. Die Zellen, die darin enthalten sind, werden anschließend auf Chromosomen-Abweichungen untersucht. Im Folgenden bekommst Du von uns noch alle weiteren wichtigen Informationen zum Thema Fruchtwasseruntersuchung.


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Wie funktioniert das Verfahren?  

Eine Amniozentese kann ca. ab der 14. oder 15. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Zunächst sucht der Frauenarzt per Ultraschall nach einer geeigneten Einstichstelle. Daraufhin schiebt er eine dünne Hohlnadel durch die Bauchdecke der Schwangeren in die Gebärmutter. Mithilfe einer Spritze werden dann ca. 10-20 ml Fruchtwasser abgesaugt. Eine örtliche Betäubung ist hierfür meist nicht nötig. Die Zellen des ungeborenen Kindes, die sich im Fruchtwasser befinden, werden danach in einem Labor vermehrt und auf Struktur und Anzahl der Chromosomen untersucht. Außerdem kann die Konzentration der Eiweiße AFP (Alpha-Feto-Protein) und ACHE (Acetylcholinesterase) ermittelt werden. Liegen erhöhte Werte vor, kann dies auf eine sogenannte Verschlussstörung beim Kind hindeuten, wie z.B. ein Neuralrohrdefekt (offener Rücken) oder Gastroschisis (offener Bauch). Normalerweise liegen die Ergebnisse dann innerhalb von 2-3 Wochen vor. Viele Chromosomenstörungen können auch mithilfe eines Schnelltests (FISH-Test) erkannt werden, der innerhalb von 2-3 Tagen Ergebnisse liefert. Nachteile sind, dass das Ergebnis nicht immer hundertprozentig sicher ist und die Kosten privat getragen werden müssen.  

Worauf sollte ich nach der Untersuchung achten?

Die Schwangere sollte sich 1-2 Tage nach der Fruchtwasseruntersuchung körperlich schonen und auf Sport, schweres Tragen oder Geschlechtsverkehr verzichten. Ein leichtes Ziehen im Bauch ist völlig normal. Spürst Du allerdings sehr starke Schmerzen im Unterbauch, bekommst Fieber oder verlierst Blut durch die Scheide sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.  

Ist das Ergebnis sicher? Gibt es Risiken?  

In der Regel ist die Bestimmung des Chromosomensatzes relativ zuverlässig. Bei sogenannten Mosaikbefunden (nur ein Teil der vermehrten Zellen weisen Auffälligkeiten auf), muss die Untersuchung wiederholt werden. Die Untersuchung bietet allerdings keine Möglichkeit für Therapien. Das Ergebnis ist zwar relativ sicher, gibt aber nur bedingt Aufschluss darüber, in welcher Form und Ausprägung sich die mögliche Beeinträchtigung durch die Chromosomenveränderung zeigen wird. Die lange Wartezeit zwischen Untersuchung und Erhalten der Ergebnisse erleben viele Schwangere als sehr belastend. Die Punktion kann in seltenen Fällen zu Wehen oder zum Abgang von Fruchtwasser führen. In schlimmen Fällen (ca. 1 von 200 Frauen) löst die Fruchtwasserpunktion eine Fehlgeburt aus. 

Fazit 

PRO  CONTRA 
Verschiedene Chromosomenabweichungen können erkannt werden 

0,5-1% Fehlgeburtsrisiko,

andere Risiken möglich

Weist auch auf Neuralrohrdefekte hin Lange Wartezeit auf das Ergebnis
Relativ zuverlässige Ergebnisse  


 

Weiterführende Informationen
Quellenverzeichnis
Bildquellen