Pränataldiagnostik - was ist das?

Schwangerschaft

Pränataldiagnostik - was ist das?

Stand: 16.06.2021

Du bist schwanger? Vermutlich durchlebst Du einige Höhen und Tiefen in dieser Zeit. An einem Tag empfindest Du pure Vorfreude auf dein Baby, an anderen Tagen trüben Gedanken von Angst, Ungewissheit und Zweifel dieses Bild. Viele Schwangere wollen alles dafür tun, um größtmögliche Sicherheit über ihr Ungeborenes zu erhalten. Andere lassen es lieber auf sich zukommen und lehnen aus gutem Grund einige Vorsorgeuntersuchungen ab. Die meisten Frauen sind jedoch nicht ausgiebig darüber aufgeklärt, welche Folgen die Untersuchungen haben können. Im Folgenden bekommst Du einen Einblick in die derzeit üblichen Vorsorgeuntersuchungen. Dies gibt dir die Möglichkeit dich bereits im Vorfeld mit Vor- und Nachteilen der verschiedenen Untersuchungen auseinanderzusetzen deinen Weg zu finden. Wenn Du dann beim Arzt gefragt wirst, ob Du diese oder jene Untersuchung machen möchtest, musst Du keine voreilige Entscheidung treffen, sondern hast deine Entscheidung wohl überlegt.


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Pränataldiagnostik - was ist das?  

Jede schwangere Frau hat in Deutschland das Recht auf eine professionelle medizinische Beratung beim Frauenarzt oder einer Hebamme. In der Regel gibt es zehn Untersuchungstermine, um sicherzustellen, dass es sowohl der werdenden Mutter als auch dem Ungeborenen gut geht. 
Abgesehen von diesen grundlegenden, empfehlenswerten Untersuchungen gibt es einige sogenannte vorgeburtliche Untersuchungen, die speziell nach Auffälligkeiten des Babys suchen. Unterteilt werden diese Untersuchungen in nicht-invasive (äußerliche, nicht eindringende) Untersuchungen und invasive (innerlich, eindringende) Untersuchungen. 

Nicht-invasive Untersuchungen  

Invasive Untersuchungen

Generell lässt sich sagen, dass die nicht-invasiven Untersuchungen kein Risiko für Mutter oder Kind darstellen. Sie können Hinweise auf einen „normalen“ Entwicklungsverlauf geben, aber auch Hinweise auf Auffälligkeiten. Sie können also die Indikation geben, noch einmal genauer nachzusehen. Mittels invasiver Untersuchungen kann spezifisch und punktuell genauer untersucht werden , diese können jedoch in vielen Fällen ein erhöhtes Risiko für das Wohl der Mutter oder des Ungeborenen darstellen. 

Zwischen Sicherheit und Unsicherheit

Bevor man sich für vorgeburtliche Untersuchungen entscheidet, sollte man sich über die Chancen und Risiken informieren. Es ist ein verständlicher Wunsch wissen zu wollen, dass möglichst alles „in Ordnung“ ist.  Doch sei dir bewusst, dass Untersuchungen zwar Hinweise auf eine auffällige Entwicklung geben können, jedoch nie hundertprozentig voraussagen, ob dein Kind gesund zur Welt kommen wird oder nicht. Auch wenn Du dir eine eindeutige Diagnose wünschst: der Arzt kann dir nur Werte und Wahrscheinlichkeiten geben.

Oft kommt es hierbei auch zu Fehleinschätzungen und falschen Aussagen. Es werden Kinder mit Behinderung geboren, die bei vorgeburtlichen Untersuchungen nicht ersichtlich war. Andere Säuglinge werden trotz anderer Prognose ohne Behinderung geboren. Wiederum andere Kinder werden erst gar nicht geboren, da ein höheres Risiko für eine Behinderung bestand. Das Leben von Ungeborenen hängt in unserer Zeit immer mehr von der technischen Entwicklung ab. Es gibt Fälle, in denen verschiedene Auswertungssoftwares trotz ein und demselben Messwert zu unterschiedlichen Ergebnissen geführt haben. Laut der einen Software würde das Kind mit hoher Sicherheit mit einer Behinderung auf die Welt kommen, laut der anderen Software ist kein auffälliges Risiko erkennbar. Die meisten Schwangeren erhalten jedoch nicht die Ergebnisse beider Auswertungsverfahren, sondern nur von der Software mit dem das Labor, welches die Testwerte untersucht, arbeitet. Das Ergebnis, welches Du als Schwangere bekommst, kann somit richtig, aber auch falsch sein. 

Und nun?  

Diese Auseinandersetzung sollen dir bewusstmachen, dass Du dir nicht zu viel von den vorgeburtlichen Untersuchungen erhoffen solltest und nicht alle Entscheidungen, welche die Zukunft deines Kindes betreffen, darauf aufbauen. Die Grenzen der Untersuchungen zu kennen ist wichtig. Wenn Du dich dazu entscheidest, vorgeburtliche Untersuchungen durchzuführen, solltest Du dir vorher Gedanken darübermachen, wie Du fortfahren willst, falls auffällige Ergebnisse erkennbar sind. Viele werdende Eltern versuchen danach noch weitere Untersuchungen machen zu lassen, um vermeintliche Sicherheit zu bekommen, die es in dem Sinne jedoch nicht gibt. Stattdessen wächst die Unsicherheit während der Schwangerschaft, die auch dein Kind im Bauch spüren wird. Informiere dich über die verschiedenen vorgeburtlichen Untersuchungen und finde heraus, ob und  welche für dich richtig sind.

Für viele Frauen ist es hilfreich, sich vor der Geburt mit möglichen Behinderungen auseinanderzusetzen und mit Eltern mit einem Kind mit Behinderung um herauszufinden, ob sie sich auch ein Leben mit einem Kind mit Behinderung vorstellen könnten. Andere Frauen würde diese Recherche nur verunsichern, statt weiterhelfen.  Hier muss aber auch gesagt werden, dass ein neues Leben immer eine Verantwortung mit sich bringt und es keine Garantie auf ein gesundes leben ohne Behinderung  gibt. Auch während und nach der Geburt gibt es Risikofaktoren, die zu einer Behinderung führen können.

Jede Schwangere ist anders und so musst auch Du den Weg für dich finden, der am besten zu Dir passt und der sich gut anfühlt.  

Beratungsstellen  

Es ist oft sehr hilfreich, sich von einer außenstehenden, fachkundigen und neutralen Person über deine individuelle Lage beraten zu lassen. Diese Beratungen stehen jeder Schwangeren zu und sind kostenlos. In unserer Adressdatenbank findest Du viele Adressen und Anlaufstellen, um eine geeignete Beratungsstelle zu finden.

Weiterführende Informationen

Literatur

Hilfreiche Links 

Quellenverzeichnis
Bildquellen