Pränataldiagnostik - was ist das?

Schwangerschaft

Pränataldiagnostik - was ist das?

Stand: 16.12.2019

Du bist schwanger? Vermutlich durchlebst Du einige Höhen und Tiefen in dieser Zeit. An einem Tag empfindest Du pure Vorfreude auf dein Baby, an anderen Tagen trüben Gedanken von Angst, Ungewissheit und Zweifel dieses Bild. Viele Schwangere wollen alles dafür tun, um größtmögliche Sicherheit über ihr Ungeborenes zu erhalten. Andere lassen es lieber auf sich zukommen und lehnen aus gutem Grund einige Vorsorgeuntersuchungen ab. Die meisten Frauen sind jedoch nicht ausgiebig darüber aufgeklärt, welche Folgen die Untersuchungen haben können. Im Folgenden bekommst Du einen Einblick in die derzeit üblichen Vorsorgeuntersuchungen. Dies gibt dir die Möglichkeit dich bereits im Vorfeld mit Vor- und Nachteilen der verschiedenen Untersuchungen auseinanderzusetzen und gemeinsam mit deinem Mann, Partner oder Freunden deinen eigenen Weg zu finden. Wenn Du dann beim Arzt gefragt wirst, ob Du diese oder jene Untersuchung machen möchtest, musst Du keine voreilige Entscheidung treffen, sondern hast deine Entscheidung wohl überlegt.


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Pränataldiagnostik - was ist das?  

Jede schwangere Frau hat in Deutschland das Recht auf eine professionelle medizinische Beratung beim Frauenarzt oder einer Hebamme. In der Regel gibt es zehn Untersuchungstermine, um sicherzustellen, dass es sowohl der werdenden Mutter als auch dem Ungeborenen gut geht.  

Abgesehen von diesen grundlegenden, sehr empfehlenswerten Untersuchungen gibt es einige sogenannte vorgeburtliche Untersuchungen, die speziell nach Auffälligkeiten des Babys suchen. Unterteilt werden diese Untersuchungen in nicht-invasive (äußerliche, nicht eindringende) Untersuchungen und invasive (innerlich, eindringende) Untersuchungen.  

Nicht-invasive Untersuchungen  

Invasive Untersuchungen

Generell lässt sich sagen, dass die nicht-invasiven Untersuchungen kein Risiko für Mutter oder Kind darstellen, allerdings auch keine sicheren Ergebnisse liefern können. Die invasiven Untersuchungen führen zwar häufig zu genaueren Fakten, stellen jedoch in vielen Fällen ein erhöhtes Risiko für das Wohl der Mutter oder des Ungeborenen dar.  

Zwischen Sicherheit und Unsicherheit

Gehörst auch Du zu den Frauen, die sich vom Arzt und den vorgeburtlichen Untersuchungen ein Stück mehr Sicherheit erhoffen, dass mit ihrem Kind „alles in Ordnung ist“? Das ist ein sehr verständlicher Wunsch. Doch sei dir bewusst, dass Untersuchungen zwar Hinweise auf eine auffällige Entwicklung geben können, jedoch nie hundertprozentig voraussagen, ob dein Kind gesund zur Welt kommen wird oder nicht. Auch wenn Du dir eine eindeutige Diagnose wünschst: der Arzt kann dir nur Werte und Wahrscheinlichkeiten geben. Oft kommt es hierbei auch zu Fehleinschätzungen und falschen Aussagen. Es werden Kinder geboren, die eine Behinderung haben, die trotz vorgeburtlicher Untersuchungen nicht entdeckt wurde. Andere Säuglinge sind trotz zu erwartender Behinderung komplett gesund. Wiederum andere Kinder werden erst gar nicht geboren, da ein höheres Risiko für eine Behinderung bestand. Das Leben von Ungeborenen hängt in unserer Zeit immer mehr von der technischen Entwicklung ab. Es gibt Fälle, in denen verschiedene Auswertungssoftwares trotz ein und demselben Messwert zu unterschiedlichen Ergebnissen geführt haben. Laut der einen Software würde das Kind mit hoher Sicherheit mit einer Behinderung auf die Welt kommen, laut der anderen Software ist kein auffälliges Risiko erkennbar. Die meisten Schwangeren erhalten jedoch nicht Ergebnisse beider Auswertungsverfahren, sondern nur von der Software mit dem das Labor, welches die Testwerte untersucht, arbeitet. Das Ergebnis, welches Du als Schwangere bekommst, kann somit richtig, aber auch falsch sein.  

Und nun?  

Diese Aussagen sollen dir bewusstmachen, dass Du dir nicht zu viel von den vorgeburtlichen Untersuchungen erhoffen solltest und nicht alle Entscheidungen, welche die Zukunft deines Kindes betreffen, darauf aufbauen. Wenn Du dich dazu entscheidest, vorgeburtliche Untersuchungen durchzuführen, solltest Du dir vorher Gedanken darübermachen, wie Du fortfahren willst, falls auffällige Ergebnisse erkennbar sind. Viele versuchen danach noch weitere Untersuchungen durchführen zu lassen, um vermeintliche Sicherheit zu bekommen, die es in dem Sinne jedoch nicht gibt. Stattdessen wächst die Unsicherheit während der Schwangerschaft, die auch dein Kind im Bauch spüren wird. Informiere dich über die verschiedenen vorgeburtlichen Untersuchungen und finde heraus, ob und wenn ja welche für dich richtig sind. Für viele Frauen ist es hilfreich, sich vor der Geburt mit möglichen Behinderungen auseinanderzusetzen und mit Eltern behinderter Kinder zu reden, um herauszufinden, ob sie sich auch ein Leben mit einem behinderten Kind vorstellen könnten. Andere Frauen würde diese Recherche nur verunsichern, statt weiterhelfen. Jede Schwangere ist anders und so musst auch Du den Weg für dich finden, der am besten zu Dir passt und der sich gut anfühlt.  

Beratungsstellen  

Es ist oft sehr hilfreich, sich von einer außenstehenden, fachkundigen und neutralen Person über deine individuelle Lage beraten zu lassen. Diese Beratungen stehen jeder Schwangeren zu und sind kostenlos. In unserer Adressdatenbank findest Du viele Adressen und Anlaufstellen, um eine geeignete Beratungsstelle zu finden.

Weiterführende Informationen

Literatur

Hilfreiche Links 


 

Quellenverzeichnis
Bildquellen

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