Begleitperson im Krankenhaus

Krankenversicherung

Begleitperson im Krankenhaus

Stand: 17.03.2020

Bei Bedarf steht jedem Patienten im Krankenhaus eine Begleitperson zu, deren Kosten die Krankenkasse übernimmt. Wie genau dies geregelt ist und welche Voraussetzungen dafür gegeben sein müssen, erfährst Du in diesem Fachbeitrag.


Bildquelle: © Sasi Ponchaisang/ 123RF.com

Begleitperson im Krankenhaus

Bei der Aufnahme eines Patienten in das Krankenhaus werden die Kosten für die gleichzeitige Aufnahme einer Begleitperson von der Krankenkasse übernommen, wenn diese aus medizinischen Gründen für die Behandlung notwendig ist. Generell gilt diese Regelung für Kinder, Jugendliche oder Erwachsene. Dies ist im § 11 SGB V geregelt.  

Voraussetzungen für eine Begleitperson  

Die Kosten einer Begleitperson während einer stationären Behandlung werden von der Krankenkasse bezahlt, wenn dies aus medizinischen Gründen notwendig ist.

Gründe dafür können sein:  

  • Probleme in der Verständigung bzw. Kommunikation mit dem Patienten
     
  • hoher Betreuungs- bzw. Pflegebedarf des Patienten aufgrund einer schweren Behinderung, die vom Krankenhaus oder der Reha-Einrichtung nicht geleistet werden kann
     
  • negative Konsequenzen für die Psyche, z. B. bei Trennung des Kindes von der Bezugsperson
     
  • Begleitperson soll die Nutzung technischer Hilfen oder therapeutischer Verfahren erlernen, um diese daheim nach dem Krankenhaus- / Reha-Aufenthalt selbstständig anwenden zu können. Die Kosten hierfür werden von der Krankenkasse allerdings nur dann übernommen, wenn eine Schulung am Wohnort nicht möglich wäre.

Weitere Hinweise  

Der Patient muss nicht mit der Begleitperson verwandt sein. Entscheidend ist allein die Notwendigkeit aus medizinischen Gründen.  

Falls ein Elternteil die Betreuung übernimmt, kann dieses von der Arbeit freigestellt werden. Der entstehende Lohnausfall der Begleitperson kann von der Krankenkasse für die notwendige, zeitlich nicht begrenzte Dauer übernommen werden, analog zum Kinderkrankengeld. Eine gesetzliche Grundlage besteht für diese Leistung nicht und sie kann daher auch nicht über das Sozialgericht eingeklagt werden. Trotzdem ist eine Antragstellung bei der Krankenkasse zu empfehlen.

Kann eine Begleitperson aus psychologischen, familiären, räumlichen oder sonstigen Umständen nicht mit aufgenommen werden, kann die Krankenkasse die Kosten für die täglichen Fahrten für eine Person anstelle der Mitaufnahme erstatten. Ein ärztliches Zeugnis ist notwendig. 

Weiterführende Informationen
Quellenverzeichnis
Bildquellen