Kosten bei einem Krankenhausaufenthalt

Krankenversicherung

Kosten bei einem Krankenhausaufenthalt

Stand: 10.03.2020

Eltern von Kindern mit Behinderung sind teilweise im besonderen Maße auf die Versorgung von Ärzten und Krankenhäusern angewiesen. Doch wie teuer ist ein Krankenhausaufenthalt? Wer übernimmt die Kosten? Gibt es Möglichkeiten von eventuell anfallenden Zuzahlungen befreit zu werden? Auf diese und weitere Fragen bekommst Du in diesem Fachbeitrag eine Antwort.


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Hinweis: Folgende Informationen richten sich vor allem an Patienten der Gesetzlichen Krankenversicherung. Wenn Du privat versichert bist, informiere dich bitte direkt bei deiner Krankenkasse, da für dich voraussichtlich andere Informationen gelten.  

Wie teuer ist ein Aufenthalt im Krankenhaus?  

Die Kosten sind von Patient zu Patient sehr unterschiedlich und variieren je nach Schwere der Erkrankung, Art der Behandlung und Dauer des Aufenthalts deutlich. Die Kosten umfassen ärztliche Behandlung, Krankenpflege, Versorgung mit Arznei- und Verbandsmitteln, Heilmitteln, Hilfsmittel, anfallende Kosten für Operationen etc. 

Laut dem Statistischen Bundesamt betrugen die Kosten im Jahr 2017 durchschnittlich 5000 € pro Patient und Krankenhausaufenthalt. Viele Operationen können diesen Wert jedoch bei Weitem übersteigen.  

Wer übernimmt die Kosten?  

Handelt es sich um einen ärztlich verordneten Krankenhausaufenthalt bzw. Behandlung/Operation, werden die anfallenden Kosten von deiner Krankenversicherung (in manchen Fällen auch Unfallversicherung) übernommen.  

Muss ich etwas dazuzahlen?  

Ab Vollendung des 18. Lebensjahres müssen Patienten für eine vollstationäre Krankenhausbehandlung (mindestens ein Tag und eine Nacht) eine Zuzahlung von 10 € pro Tag leisten. Diese Zuzahlung ist auf 28 Tage pro Kalenderjahr begrenzt. Der Aufnahme- und Entlassungstag zählen dabei jeweils als ganzer Tag.  

Diese Zuzahlungspflicht entfällt bei

  • versicherten Kinder bis zum 18. Lebensjahr
     
  • vor-, nach- und teilstationärer Behandlung
     
  • stationärer Entbindung
     
  • Schäden, die unter das Bundesversorgungsgesetz fallen (Versorgung von Kriegsopfern aus dem zweiten Weltkrieg)

Zuzahlungsbefreiung

Wenn das Bruttoeinkommen deiner Familie eine bestimmte Belastungsgrenze erreicht, kannst Du eine Zuzahlungsbefreiung beantragen. Als „belastet“ gilt, wer mehr als 2 % der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt für Zuzahlungen ausgeben musste.  

Ein Beispiel: Die Summe der Bruttoeinnahmen deiner Familie beträgt pro Jahr 40.000 €. Abzüglich der Freibeträge für Ehemann und 2 Kinder beträgt die Zwischensumme dann 19.153 €. Müsstest Du in einem Kalenderjahr nun mehr als 383,06 € (2 % von 19.153 €) für Zuzahlungen zahlen, kannst Du für den Rest des Jahres eine Zuzahlungsbefreiung beantragen bzw. die Rückerstattung der Mehrbeträge. 

Auf dieser Seite findest Du hierzu noch weitere Informationen.

Krankenhauswahl

Wenn Du dich für ein anderes Krankenhaus entscheiden möchtest, als der Arzt es dir zugewiesen hat, kann es sein, dass dir alle Mehrkosten für eventuell höhere Aufwendungen ganz oder teilweise auferlegt werden können.  

Bedenke auch, dass es sich bei Vorsorge- und Reha-Einrichtungen, Müttergenesungswerken, Kuranstalten, psychotherapeutischen oder heilpädagogischen Kinderheimen, Alten- und Pflegeheimen und Hospizen um keine Krankenhäuser handelt.  

Die vom Bundesjustizministerium geförderte „Weiße Liste“ kann dir bei der Wahl nach einem geeigneten Krankenhaus behilflich sein.

Du möchtest als Begleitperson für dein Kind mit in das Krankenhaus?  

Du bekommst im Fachbeitrag „Begleitperson im Krankenhaus“ alle wichtigen Informationen dazu. 

Weiterführende Informationen
Quellenverzeichnis
Bildquellen