Häusliche Krankenpflege

Krankenversicherung

Häusliche Krankenpflege

Stand: 11.03.2020

Wenn dein Kind krank wird, ist das immer eine schwierige Situation für die ganze Familie. Trotzdem möchtest Du dein krankes und pflegebedürftiges Kind zuhause haben, damit es in seinem gewohnten Umfeld gesund werden kann. Vielleicht kannst Du die anstrengende und zeitintensive Pflege aber nicht alleine leisten. Genau dafür gibt es die häusliche Krankenpflege. Sie ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse. Im Folgenden erfährst Du alles Weitere, was man über die häusliche Krankenpflege wissen muss.


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Was ist häusliche Krankenpflege?

Die häusliche Krankenpflege ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Wenn Du bzw. dein Kind in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert bist, dann hast Du normalerweise die Möglichkeit, Hilfe durch Pflegekräfte mit der häuslichen Krankenpflege zu bekommen.

Die häusliche Krankenpflege kann dabei im eigenen Zuhause des Patienten, bei seiner Familie, oder an einem anderen geeigneten Ort, zum Beispiel im Wohnheim oder der Schule, durchgeführt werden. Rechtliche Grundlage ist § 37 SGB V.  

Wann bekommt man häusliche Krankenpflege?

Damit ein Patient Anspruch auf häusliche Krankenpflege hat, müssen verschiedene Anforderungen erfüllt sein:

  • Der Patient kann sich nicht selbst pflegen
  • Andere Personen im Haushalt können den Patienten nicht pflegen
  • Die Krankenkasse muss die ärztliche Verordnung genehmigen

Was ist das Ziel der häuslichen Krankenpflege?

Häusliche Krankenpflege kann verschiedene Ziele haben. Immer geht es aber darum, den Patienten bestmöglichst zu unterstützen und zu pflegen. Die häusliche Krankenpflege gibt es, damit:

  • Die Patienten so schnell wie möglichst aus dem Krankenhaus zurück nach Hause kommen können oder gar nicht erst ins Krankenhaus müssen. Das nennt man auch Krankenhausvermeidungspflege. Diese ist bis zu vier Wochen je nach Krankheitsfall möglich. In medizinisch begründeten Fällen ist diese auch länger möglich.  
    Ein Beispiel: Du bist alleinerziehend und musst eigentlich ins Krankenhaus. Bis Du eine Betreuung für dein Kind organisieren kannst, wirst Du zuhause unterstützt und gepflegt.  
  • Das Ergebnis der ärztlichen Behandlung so lange wie möglich bleibt. Das nennt man auch Sicherungspflege.  
    Ein Beispiel: Dein erwachsenes Kind mit Behinderung kann die Medikamente nicht eigenständig einnehmen. Der Pflegedienst hilft dabei, dass die Medikamente richtig eingenommen werden.
  • Die Patienten schnell und optimal versorgt werden können, wenn ihre Krankheit schlimmer wird oder die Einschränkung sehr groß ist. Das nennt man Unterstützungspflege. Dieser Fall tritt vor allem nach einem Krankenhausaufenthalt oder einer Operation auf.
    Ein Beispiel: Du hattest einen Unfall und hast dir beide Arme gebrochen. Deshalb benötigst Du z. B. Hilfe im Haushalt oder beim Anziehen.  

Was gehört zur häuslichen Krankenpflege?

Es gibt ganz verschiedene Krankheitsfälle. Deswegen gibt es auch verschiedene Arten der häuslichen Krankenpflege, um den Patienten so gut wie möglich zu unterstützen:

  • Die Behandlungspflege
  • Die Grundpflege
  • Die hauswirtschaftliche Versorgung
  • Die Unterstützungspflege

Meistens benötigen Patienten die Behandlungspflege. Bei dieser Art der häuslichen Krankenpflege soll der Gesundheitszustand nach einer ärztlichen Behandlung gesichert werden, damit der Patient auch noch weiterhin gesund werden bzw. bleiben kann. Bei der Behandlungspflege werden medizinische Hilfeleistungen erbracht, die auch von einer Pflegekraft geleistet werden können und für die kein Arzt benötigt werden. Dazu zählen z. B. Injektionen oder Verbandswechsel.

Manche Patienten brauchen Pflege, die weiter geht. Die sogenannte Grundpflege schließt auch Körperpflege und Ernährung mit ein.  

Wenn sich die Pflege nicht nur auf den Patienten, sondern auch auf seinen Haushalt bezieht, dann spricht man von der hauswirtschaftlichen Versorgung. Hier übernehmen Pflegekräfte Aufgaben im Haushalt, die helfen, den Patienten zu versorgen, z. B. kochen, einkaufen oder putzen.  

Wenn der Patient wegen einer schweren Krankheit oder bei einer akuten Verschlimmerung, z. B. nach einem Krankenhausaufenthalt oder einer Operation, Pflege benötigt, dann benötigt er meistens Unterstützungspflege. Die Unterstützungspflege umfasst die Grundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung und greift nur, wenn der Patient maximal Pflegegrad 1 hat.  

Häusliche Krankenpflege und Pflegegrad?

Manchmal haben Patienten, die häusliche Krankenpflege brauchen, einen Pflegegrad. Dann gibt es ein paar Ausnahmen:

Wenn Patienten (höchstens) Pflegegrad 1 haben können sie Behandlungspflege, Grundpflege und Hauswirtschaftliche Versorgung beziehen. Außerdem können sie im Ausnahmefall in stationäre Pflegeeinrichtungen gehen. Dieser Ausnahmefall gilt, wenn der Patient mindestens sechs Monate einen besonders hohen Behandlungspflegebedarf hat.

Wann Patienten Pflegegrad 2 bis 5 haben können sie nur Behandlungspflege beziehen. Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung gibt es nur, wenn es im Rahmen der Krankenhausvermeidungspflege passiert.  

Häusliche Krankenpflege in besonderen Wohnformen?

Wenn Menschen mit Behinderung häusliche Krankenpflege brauchen, gibt es ein paar Anforderungen, die erfüllt sein müssen, wenn sie in Einrichtungen der Behindertenhilfe gepflegt werden wollen:

  • Der Patient braucht eine ständige Überwachung und Versorgung durch eine Pflegefachkraft, z. B. nach einem Krankenhausaufenthalt
  • Der Patient benötigt Maßnahmen, die nur von einem ausgebildeten Fachpersonal durchgeführt werden können. Einfache Maßnahmen müssen vom Personal der Behindertenhilfe erbracht werden, wenn Personal den ganzen Tag anwesend ist.

Die Häusliche-Krankenpflege-Richtlinie für die „Behandlungspflege in vollstationären Einrichtungen der Hilfe der behinderte Menschen“ kannst Du hier auf der Seite des Gemeinsamen Bundesausschusses genau nachlesen.  

Wer regelt die häusliche Krankenpflege?

Natürlich sind alle Leistungen der häuslichen Krankenpflege genau geregelt. Darum kümmert sich der Gemeinsame Bundesausschuss. Er regelt unter anderem die Dauer der häuslichen Krankenpflege und die Genehmigung durch die Krankenkassen. Du kannst die Häusliche-Krankenpflege-Richtlinie hier downloaden. Ab Seite 12 findest Du eine genaue Auflistung der verfügbaren Leistungen und wann diese genau greifen.

Welche Besonderheiten gibt es bei psychischen Erkrankungen?

Krank kann nicht nur der Körper, sondern auch der Geist werden. Wenn dann eine Krankenpflege benötigt wird, spricht man von psychiatrischer Krankenpflege. Diese darf nur von bestimmten Ärzten verordnet werden: Von Ärzten für Nervenheilkunde, Neurologen, Psychiatern oder Psychotherapeuten. Der Hausarzt muss sich deswegen mit einem Facharzt absprechen.  

Außerdem muss es möglich sein, dass der Patient durch die Krankenpflege therapiert werden kann oder gesund wird. Die Grundlage ist dann ein Behandlungsplan des Arztes, in dem jeder Schritt einzeln niedergeschrieben wird. 

 

Weiterführende Informationen
Quellenverzeichnis
Bildquellen
  • https://stock.adobe.com/de/images/a-young-red-haired-woman-sits-in-sportswear-on-a-bed-with-a-broken-arm-bandaged-in-a-cast-careless-cycling-on-a-cycle-road-dangerous-sport-accident/293287348?asset_id=293287348