Wo kann mein Kind arbeiten?

Jugend- und Erwachsenenalter

Wo kann mein Kind arbeiten?

Stand: 06.02.2020

Mit Ende der Schulzeit kommt auch für Jugendliche mit einer Behinderung ein neues Gebiet dazu: Die Arbeitswelt. Die Teilnahme an der Berufswelt eröffnet vielen Menschen mit Behinderung außerdem die Möglichkeit noch mehr an der Gesellschaft teilzuhaben. Dieser Fachbeitrag soll dir einen ersten Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten geben, die dein Kind im Hinblick auf das Berufsleben hat.


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Was bedeutet der Übergang ins Berufsleben?

Der Abschluss der Schule und der anstehende Übergang in die Arbeitswelt ist meist für dein Kind und auch für dich mit vielen Fragen und teilweise auch Unsicherheiten verbunden. Oftmals sind die Möglichkeiten die dein Kind in Anspruch nehmen können unklar und es fehlt eine Vorstellung, wie dieser Übergang und die Suche nach einer geeigneten Arbeitsstelle aussehen kann.

Darüber hinaus ist Arbeit für einen Menschen von großer Bedeutung. Berufstätig zu sein bedeutet nicht nur Geld zu verdienen, sondern bringt noch viele andere wichtige Aspekte mit sich. Beispielsweise spielen häufig Begriffe wie Selbstständigkeit und Unabhängigkeit, aber auch soziale Teilhabe und Anerkennung eine Rolle.  

Welche Arbeitsmöglichkeiten gibt es?

Der Arbeitsmarkt lässt sich generell in drei Bereiche gliedern:

  • Der allgemeine Arbeitsmarkt (1. Arbeitsmarkt)
    Leider ist es derzeit für viele Menschen mit Behinderung immer noch sehr schwer einen Arbeitsplatz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu finden. Derzeit arbeiten nur etwa 4,5% aller Menschen mit Schwerbehinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt. Allerdings gibt es einige Förderprogramme und Unterstützungsleistungen, die es  Menschen mit Behinderung leichter machen sollen, einen Platz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu finden. Unter dem allgemeinen Arbeitsmarkt versteht man generell den gängigen Stellenmarkt, wie z.B. die Jobangebote aus den Zeitungen. Für die Vermittlung von Menschen mit Behinderung gibt es zum einen spezielle Berater bei der Agentur für Arbeit und auch besondere Dienststellen auf Ebene der Regierungsbezirke: Die Integrationsfachdienste leisten Unterstützung bei der alltäglichen Arbeit im Betrieb und können Menschen mit Behinderung über die Arbeitsassistenz in Anspruch nehmen.
  • Der 2. Arbeitsmarkt: Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM)
    Menschen mit einer Behinderung, die wegen der Art oder Schwere ihrer Behinderung nicht, noch nicht oder noch nicht wieder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig werden können, haben die Möglichkeit in einer WfbM zu arbeiten. Die Arbeitsplätze in Werkstätten sind durch staatliche Träger und Verbände bezuschusst. Hier erhälst Du einen Einblick in eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung.
  • Integrationsfirmen
    Menschen mit Behinderung, die für die Tätigkeit in einer Werkstatt überqualifiziert sind, können in Betrieben angestellt werden, die speziell für diese Personengruppe gegründet wurden. Zu diesen gehören beispielsweise die Integrationsfirmen. Die Angestellten dieser Betriebe setzen sich zum Teil aus Arbeitnehmer ohne und zum Teil aus Arbeitnehmern mit Behinderung zusammen. Hier findest Du ein Verzeichnis der aktuellen Inklusionbetriebe in Deutschland.

Dieser Fachbeitrag gibt dir einen ersten Überblick über verschiedene Arbeitsmöglichkeiten. Weitere Möglichkeiten nach der Schule und ausführliche Informationen bekommst Du in unserem Fachbeitrag „Leistungen und Rechte bei der Ausbildung, im Studium und im Beruf“.

Wer hilft weiter?

Die Agentur für Arbeit ist generell für dich und dein Kind der Ansprechpartner bei allen Fragen zur Berufsausbildung und Arbeit.

Nähere Informationen findest Du hier

Weiterführende Informationen
Quellenverzeichnis
Bildquellen