Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB)

Recht auf Teilhabe

Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB)

Stand: 30.03.2020

In den EUTB-Beratungsstellen erhalten Menschen mit Behinderung Antworten und Unterstützung in allen möglichen Fragen, die sie zu dem Thema Teilhabe und Rehabilitation haben. Dort kannst Du zum Beispiel erfahren, welche Voraussetzungen für eine Rehamaßnahme notwendig sind oder Unterstützung beim Ausfüllen eines Pflegegeldantrages erhalten.


Bildquelle: © sylv1rob1/ 123RF.com  

Was ist die EUTB? 

Das Angebot der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) ist eine Maßnahme im Rahmen des Bundesteilhabegesetzes und ist in § 32 SGB IX festgelegt. Diese wird vom Bundesministerium Arbeit und Soziales jährlich mit 58 Millionen € gefördert und kann seit Januar 2018 von allen Menschen mit Behinderung, von Behinderung bedrohten Menschen, sowie deren Angehörigen bundesweit in Anspruch genommen werden.

Die Beratung soll Betroffenen inmitten der vielen Angebote, Gesetze, Anforderungen und Ansprechpartner Wegweisung und Hilfestellungen geben, um sie in einem selbstbestimmteren und unabhängigeren Leben zu unterstützen.

Zu welchen Bereichen kannst Du hier beraten werden? 

Generell erhältst Du in den Beratungsstellen zu allen Bereichen Hilfe die mit den Themen Teilhabe, Selbstbestimmung, Gleichberechtigung und Rehabilitation zu tun haben.

Das kann zum Beispiel sein:

  • Beantragen von Leistungen (z. B. für medizinische Rehabilitation oder Hilfsmittel
     
  • Fragen und Vermittlung von Assistenz
     
  • Maßnahmen, die zu einem selbstbestimmten Leben beitragen können (z. B. barrierefreier Umbau der Wohnung
     
  • Alle Fragen zur Teilhabe (z. B. Teilhabe am Arbeitsleben oder in der Freizeit, Persönliches Budget
     
  • Welcher Rehabilitationsträger ist für dein Anliegen zuständig? An wen musst Du welche Anträge schicken?

Wie berät die EUTB? 

Das Besondere an der EUTB ist, dass hier meistens Betroffene von anderen Betroffenen beraten werden. Ein Grundprinzip der EUTB besteht darin, dass die Klienten eine Beratung auf Augenhöhe im sogenannten „Peer-Counseling“ erhalten. Das bedeutet, dass sie (falls möglich) die nötige Hilfe und Unterstützung von einer Person bekommen, die in einer ähnlichen Situation war und sich deshalb gut in das Anliegen des Ratsuchenden einfühlen kann. 

Die EUTB-Beratungsstellen wollen kein Ersatz für andere beratende Stellen sein, sondern diese ergänzen. Außerdem arbeiten die EUTB-Beratungsstellen unabhängig von verschiedenen Leistungen und Trägern, sodass Hilfesuchende eine objektive Beratung in Anspruch nehmen können.

Kostet die Beratung etwas? 

Nein, die Beratung ist für die Ratsuchenden komplett kostenlos.

Wo finde ich die nächste Beratungsstelle? 

Inzwischen gibt es in Deutschland sehr viele verschiedene EUTB-Beratungsstellen. 

Auf Internetseite der Teilhabeberatung gibt es ein Suchformular, mit dem Du innerhalb Deutschlands eine passende Beratungsstelle finden kannst. Du kannst die Suche eingrenzen, indem Du ein bestimmtes Bundesland angibst oder nach einem bestimmten Träger oder Beratungsangebot suchst, welches besondere Erfahrungen mit spezifischen Teilhabebeeinträchtigungen hat. Falls Du nach einer Beratung in Deutscher Gebärdensprache suchst, kannst Du dies ebenfalls angeben.

Weiterführende Informationen
  • Unter diesem Link findest Du ein kurzes Erklärvideo, welches die wichtigsten Informationen noch einmal zusammenfasst
     
  • Informiere dich noch weiter auf der Internetseite der EUTB
     
  • In unseren Fachbeiträgen findest Du noch viele weitere Informationen zu spezifischen Themen, wie z. B. Persönliches Budget, Reha-/Kurmaßnahmen, Assistenz oder Versorgung mit Hilfsmitteln
Quellenverzeichnis
Bildquellen
  • https://de.123rf.com/photo_54192388_junge-frau-im-rollstuhl-mit-einem-weiblichen-kollegen-arbeiten.html?fromid=UGQrbmhIOGxlekZ6Rjc0dzRBb1hwdz09