Vor dem Kindergarten - welche Anlaufstellen und Betreuungsangebote gibt es?

Kleinkindalter

Vor dem Kindergarten - welche Anlaufstellen und Betreuungsangebote gibt es?

Stand: 28.01.2020

Gerade für Kleinkinder ist eine altersgemäße Förderung sehr wichtig. Eine frühe und gezielte Förderung, kann die Entwicklung deines Kindes oftmals positiv beeinflussen. Im Nachfolgenden zeigen wir dir einige Unterstützungsmöglichkeiten und Anlaufstellen auf.


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Wo sollte ich zuerst hingehen?  

Wenn dein Kind noch sehr klein ist, also noch nicht im Kindergartenalter, ist eine altersgemäße Förderung besonders wichtig. Das gilt im Besonderen für Kinder, die eine Behinderung bzw. Entwicklungsverzögerung haben. Diese Kinder können teilweise vorhandene Entwicklungsverzögerungen in bestimmten Bereichen “nachholen” und das umso besser, je früher und je gezielter man ihm eine entsprechende Förderung anbietet. Häufig wird jedoch erst im Kindergartenalter festgestellt, dass dies wichtig wäre. Deshalb sind vorher die Früherkennungsuntersuchungen (U1 – U9) ein wichtiger Termin für jedes Kind! Dort stellt der Kinderarzt fest, wie sich dein Kind entwickelt und überweist dich bei Bedarf an die zuständige Stelle für genauere Untersuchungen und Angebote, die dein Kind individuell fördern.  

Dies sind im Wesentlichen:  

  • Die Sozialpädiatrischen Zentren für genauere medizinische Untersuchungen und
  • die Frühförderstellen für verschiedenste Einzel- und Gruppenförderangebote.

Du fühlst dich überfordert?  

Viele Eltern haben erst in einer solchen Facheinrichtung erfahren, dass ihr Kind eine Behinderung hat: Die gestellte Diagnose wirft so manchen Betroffenen aus der Bahn. Lese hierzu unseren Fachbeitrag zum Thema Diagnose Erstmitteilung, um wertvolle Ratschläge für diese Phase zu erhalten.  

Vielleicht bist Du mit der Pflege und Betreuung deines Kindes sehr stark belastet und benötigst dringend eine Verschnaufpause? Dann informiere dich über  

  • den Familienentlastenden Dienst
  • die Möglichkeit einer stationären Kurzzeitpflege
  • die Bedingungen für eine Mutter- bzw. Vater-Kind-Kur
  • Außerdem erfährst Du auf unseren Seiten und vor allem in unserer Community viel über Unterstützungsangebote, die dir in schwierigen Situationen behilflich sein können.
  • Wir haben für dich in unserer Adressdatenbank für Bayern wichtige Adressen zusammengetragen, die dir ebenfalls weiterhelfen können. 

Welche Betreuungsmöglichkeiten gibt es?  

Wenn Du bereits vor dem eigentlichen “Kindergartenalter”, also in der Regel vor dem 3. Lebensjahr, Betreuung für dein Kind suchst, sind die Plätze bislang meist noch recht rar gesät. Informiere dich dabei jeweils, inwiefern die entsprechende Einrichtung für die Betreuung behinderter oder entwicklungsverzögerter Kinder ausgerichtet ist. Wenn eine weitergehende medizinische Betreuung nicht notwendig ist, können diese Einrichtungen, durch ihre meist gute Personalausstattung ebenso auf die Bedürfnisse deines Kindes eingehen. Wie die Betreuungseinrichtungen heißen, ist je nach Region sehr unterschiedlich. 
Gängige Angebote sind:

  • Kinderkrippen,
  • Krabbelgruppen,
  • Kindergärten, die zusätzlich Betreuung für Kinder unter 3 Jahren anbieten oder auch
  • Tagesmütter und -väter, die privat eine Betreuung anbieten.
  • Stundenweise Betreuung speziell für Kinder mit Behinderung bieten vielerorts auch Anbieter der Offenen Hilfen an.  

Was muss ich tun, um Unterstützung vom Staat zu bekommen?  

Kindern mit Behinderung und deren Familien stehen von staatlicher Seite einige Unterstützungsangebote zur Verfügung. Um ein Anrecht auf diese zu haben, muss die Unterstützungsbedürftigkeit erst nachgewiesen werden. Dafür sind vor allem zwei Dinge wichtig:  

  • Der Schwerbehindertenausweis
  • Die Anerkennung der Pflegebedürftigkeit bei der Pflegekasse

Nähere Informationen dazu erhälst Du in den jeweiligen Fachbeiträgen. Ganz wichtig ist hierbei jedoch immer:

Wenn Du einen Antrag gestellt hast und dieser abgelehnt wurde, prüfe genau die Begründung und nimm den Entscheid nicht generell als unverrückbar hin!

Tagtäglich berichten Eltern in unserer Community, dass mit zweifelhaften Begründungen entsprechende Ansprüche abgewiesen wurden.

Ein Beispiel ist die Verweigerung des Merkzeichens “B” im Schwerbehindertenausweis das besagt, dass das Kind ein Recht darauf hat, von einer Begleitperson kostenfrei in öffentlichen Verkehrsmitteln begleitet zu werden. Die Begründung dafür lautet dann häufig, dass dies bei gleichaltrigen Kindern ohnehin der Fall ist.

In den Anhaltspunkten für die ärztliche Gutachtertätigkeit im sozialen Entschädigungsrecht und nach dem Schwerbehindertenrecht (AHP), welche die Grundlage für diese Entscheidung darstellen, ist jedoch festgelegt:

“Auch bei Säuglingen und Kleinkindern ist die gutachtliche Beurteilung der Notwendigkeit ständiger Begleitung erforderlich. Für die Beurteilung sind dieselben Kriterien wie bei Erwachsenen mit gleichen Gesundheitsstörungen maßgebend. Es ist nicht zu prüfen, ob tatsächlich diesbezügliche behinderungsbedingte Nachteile vorliegen oder behinderungsbedingte Mehraufwendungen entstehen.” (http://www.gesetze-im-internet.de/versmedv/anlage.html).  

Scheue dich nie, fristgerecht (!) einen Widerspruch einzulegen, wenn Du der Ansicht bist, dass der Bescheid nicht rechtens ist. Viele Informationen dazu und was Du dabei beachten musst, erfährst Du in unserem Bereich Recht oder in unserer Community

Weiterführende Informationen
Quellenverzeichnis
Bildquellen