Was ist ein sozialpädiatrisches Zentrum?

Medizinische Versorgung

Was ist ein sozialpädiatrisches Zentrum?

Stand: 18.02.2020

Ein sozialpädiatrisches Zentrum ist ein medizinisch ausgerichtetes Zentrum, an welches Du dich in besonderen medizinischen Fällen wenden kannst. Sozialpädiatrische Zentren sind aber nicht nur auf der medizinischen Seite sehr gut ausgestattet, sondern arbeiten darüber hinaus eng mit vielen verschiedenen Berufsgruppen zusammen. Es bietet die Möglichkeit der Unterstützung, Beratung und Begleitung für dich und dein Kind mit Behinderung im Rahmen der medizinischen Behandlung.


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Wann kann man ein Sozialpädiatrisches Zentrum aufsuchen?

Sozialpädiatrische Zentren sind nur auf die Behandlung von Kindern und Jugendlichen ausgerichtet.

Wenn eine optimale Behandlung deines Kindes durch einen  „normalen Kinderarzt“ oder durch eine Frühförderstelle auf Grund der Art, Dauer oder Schwere der Erkrankung nicht möglich ist, erfolgt eine Überweisung von deinem Kinderarzt an ein sozialpädiatrisches Zentrum.  

Die ärztliche Überweisung ist auch die Voraussetzung, damit Du mit deinem Kind ein sozialpädiatrisches Zentrum für die weitere Behandlung aufsuchen kannst; diese ist also immer notwendig.

Die Behandlung richtet sich vor allem an Kinder, die durch Krankheit beispielsweise, Behinderungen, Entwicklungsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten oder seelische Beeinträchtigungen aufweisen oder der Verdacht darauf besteht.

Einige Beispiele:

  • Frühgeborene
     
  • Entwicklungsverzögerungen
     
  • Emotionale Störungen
     
  • Körperliche Behinderungen
     
  • Seh- und Hörbehinderungen
     
  • Sprachstörungen
     
  • Verhaltensauffälligkeiten (z. B. Aggressives Verhalten)
     
  • Genetisch bedingte Syndrome (z. B. Trisomie 21, Fragiles-X-Syndrom)

Was zeichnet ein Sozialpädiatrisches Zentrum aus?

Im Zusammenhang mit einem sozialpädiatrischen Zentrum fällt häufig der Begriff der Interdisziplinarität. Das bedeutet, dass dort viele verschiedene Berufsgruppen zusammenarbeiten, um die bestmögliche Behandlung für dein Kind zu ermöglichen. Es arbeiten beispielsweise Ärzte, mit Psychologen, Sozialpädagogen, aber auch verschiedenen Therapeuten (Physiotherapeuten oder Logopäden) zusammen. 

Außerdem wird versucht, die Familie und enge Bezugspersonen -  also gerade auch dich als Elternteil - mit in die Behandlung des Kindes miteinzubeziehen. 
Du wirst darin unterstützt zu lernen, wie Du beispielsweise mit herausfordernden Situationen und Besonderheiten deines Kindes umgehen kannst.  

Wer übernimmt die Kosten?

Die Kostenübernahme für die medizinische Versorgung deines Kindes in einem sozialpädiatrischen Zentrum wird von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Rechtlich geregelt ist die Kostenübernahme im  § 119 SGB V.

Wie sieht der Ablauf aus?

Anfänglich steht immer eine ärztliche Untersuchung deines Kindes an, deren Ziel eine möglichst genaue Diagnosestellung ist. Bei der Untersuchung sind meist noch weitere Fachkräfte, wie Psychologen oder Pädagogen mit dabei.  

Auf dieser Basis können im Anschluss individuelle und möglichst wirksame Behandlungs-, Therapie- und Fördermöglichkeiten vorgeschlagen werden.  

Dies geschieht immer mit Rücksprache zu dir als Elternteil des Kindes. Oftmals sind in einem sozialpädiatrischen Zentrum passende Therapeuten vor Ort, oder Du wirst an entsprechende Fachkräfte verwiesen.

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Weiterführende Informationen
Quellenverzeichnis
Bildquellen