Frühförderung - was ist das?

Kleinkindalter

Frühförderung - was ist das?

Stand: 29.01.2020

Die wichtigste Phase der kindlichen Entwicklung beginnt schon sehr früh. In dieser Zeit entwickeln sich Kinder sehr schnell und durch eine gezielte Förderung lassen sich teilweise auftretende Entwicklungsrückstände aufholen und Beeinträchtigungen ausgleichen. Im Folgenden bekommst Du von uns daher alle wichtigen Informationen zum Thema Frühförderung.


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Warum ist Frühförderung so wichtig?  

Es gibt in der Frühförderung einen ganz einfachen Grundsatz: “Frühe Hilfen sind wirksame Hilfen”.

Was ist damit gemeint? Die wichtigste Phase für die kindliche Entwicklung beginnt bereits sehr früh. Zu dieser Zeit entwickelt sich das Gehirn sehr schnell und in sehr großem Ausmaß. Es hat vor allem in dieser Zeit die Fähigkeit, Beeinträchtigungen in manchen Bereichen durch gezielte Förderung auszugleichen. Doch nicht nur in der Entwicklung des Gehirns, auch in anderen Bereichen wie Bewegung, Sprache, Sozialverhalten werden wichtige Grundlagen in den ersten Jahren gelegt. Wenn dein Kind in einem Bereich seiner altersgemäßen Entwicklung “hinterher” ist, können in der Frühförderung solche Rückstände durch gezielte Förderung aufgeholt werden. Je früher, desto besser. Deshalb lohnt es sich häufig nicht, zu lange abzuwarten, bis sich etwas “noch auswächst”.  

Wie arbeitet die Frühförderung?

Zu Beginn wird dein Kind von einem Arzt untersucht, der herausfinden will, welche Bereiche bei deinem Kind besonders geschult werden müssen. Je nachdem ob das Sehen, Laufen oder Sprechen beeinträchtigt ist, wird dir der Arzt eine geeignete Therapie vorschlagen. Um deinem Kind besonders kompetent in seiner Entwicklung zu helfen, arbeiten in der Frühförderung deswegen Fachleute aus verschiedensten Berufsgruppen miteinander, wie z.B.  

  • Sozial-, Heil- und Diplom Pädagogen und Erzieher,
  • Ärzte,
  • Psychologen und Psychotherapeuten und
  • Therapeuten, z.B. für Logopädie, Ergotherapie, Physiotherapie oder auch Kunst- und Musiktherapie.

Wo arbeitet die Frühförderung?  

Die Frühförderung findet meistens in Frühförderstellen statt, da in den vorhandenen Räumen bereits alle nötigen Materialien, wie z.B. Bücher, Spielzeug oder medizinische Hilfsmittel vorhanden sind. Es ist außerdem möglich, dass Eltern in Kontakt mit anderen Familien kommen, denen es ähnlich geht. Dieser gemeinsame Austausch von Erfahrungen ist für viele Eltern sehr hilfreich. Neben den ambulanten Hilfen, gibt es jedoch auch die Möglichkeit, dass die Frühförderung bei dir Zuhause oder im Kindergarten deines Kindes stattfindet. Dies muss im Einzelfall jedoch abgesprochen werden, um die beste Lösung zu finden. Gerade wenn besondere Geräte, z.B. für die Krankengymnastik nötig sind, ist eine Förderung in der Frühförderstelle sicherlich geeigneter. 

Wie ist der Ablauf der Frühförderung?  

Wenn Du dich in der Frühförderstelle anmeldest, wird erst einmal erfasst, wie der Entwicklungsstand deines Kindes ist (Diagnostik) und dann überlegt, wie man ihm in seiner Entwicklung helfen kann (Therapie und Förderung). All dies erfolgt natürlich so kindgerecht, wie möglich. Dein Kind merkt vielleicht gar nicht, dass es gerade bei der Diagnostik oder Therapie ist, sondern “spielt” oder “turnt” aus seiner Sicht einfach. Meistens wird die vorgeschlagene Therapie bzw. Förderung in der Frühförderstelle selbst angeboten oder auch an entsprechende Fachleute in eigener Praxis oder ein Sozialpädiatrisches Zentrum verwiesen.  

Nebenbei richtet sich Frühförderung mit ihrem ganzheitlichen Ansatz an die ganze Familie. Die Fachleute beraten auch dich, geben dir gerne Tipps und Hinweise für den täglichen Umgang mit deinem Kind, sagen dir, wo Du Hilfsmittel oder bestimmte Leistungen beantragen kannst und vermitteln oft auch an Elternselbsthilfegruppen, wo Du dich mit anderen austauschen kannst.  

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Was kostet die Frühförderung?

Frühförderung ist nach § 46 SGB IX eine sogenannte Komplexleistung. Das heißt für dich, dass nicht Du im Einzelnen klären musst, welcher sogenannte Rehabilitationsträger eine Leistung der Frühförderung bezahlt. Prinzipiell benötigst Du eine ärztliche Verordnung (die Du zum Teil in der Frühförderung selbst oder beim Hausarzt bekommst) und damit ist für dich die Sache finanziell erledigt. Für heilpädagogische Leistungen (im Gegensatz zu medizinischen Leistungen) muss im Zweifelsfall die Sozialhilfe die Kosten übernehmen. All dies hat zum Ziel, dass dein Kind schnell zu der notwendigen Förderung kommt und Du den Kopf frei hast, um dich ganz deinem Kind zu widmen.  

Wo finde ich eine Frühförderstelle?

Wie viele Frühförderstellen es in einer Region gibt, ist je nach Bundesland sehr unterschiedlich. In Bayern gibt es ein flächendeckendes Netz, das in jeder Region die nötige Förderung zur Verfügung stellt. Eine Suchdatenbank für Frühförderstellen in Bayern findest Du hier. Eine Übersicht über verschiedene Frühförderstellen in ganz Deutschland findest Du hier.  

In diesem Video kannst Du einen realen Einblick in die Arbeit der Frühförderung gewinnen.

Weiterführende Informationen
Quellenverzeichnis
Bildquellen
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